Stellenaufbau in den USA verlangsamt, Arbeitslosenquote dennoch gesunken

In den Vereinigten Staaten hat der Stellenaufbau zum Jahresende sein Tempo sichtbar gedrosselt, dies zeigt der heute veröffentlichte Arbeitsmarktbericht. Trotz der schwächeren Beschäftigungsdynamik ging die Arbeitslosenquote deutlich von 7,0 Prozent im November auf 6,7 Prozent im Dezember zurück. Im Dezember wurden nur 74.000 neue Stellen geschaffen, das ist der schwächste Jobaufbau seit Januar 2011. Das bereits zuvor gemeldete kräftige Stellenplus vom Vormonat wurde allerdings noch nach oben revidiert, so dass im November stattliche 241.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Wegen ebenfalls starker Oktoberzahlen sind im Schlussquartal also durchschnittlich im Monat gut 170.000 neue Jobs entstanden. Die Beschäftigungsdynamik war damit leicht höher als im dritten Quartal. Im Dezember dürfte der Stellenaufbau durch die Witterung beeinträchtigt worden sein, darauf  weisen die schwachen Zahlen für die Bauwirtschaft und den Transportsektor hin. Darüber hinaus belastete der Abbau von 13.000 Stellen in der öffentlichen Verwaltung den Arbeitsmarkt. Leicht positive Zahlen lieferte hingegen der Industriesektor: Hier wurde immerhin im fünften Monat in Folge ein Beschäftigungsaufbau verzeichnet, auch wenn dieser mit 9.000 Stellen nur schwach war.

Seit August hatte die Erholung am Arbeitsmarkt wieder mehr Fahrt aufgenommen, nachdem zuvor der Rückgang der Arbeitslosigkeit ins Stocken geraten war. Insgesamt sind im abgelaufenen Jahr in der größten Volkswirtschaft der Welt knapp 2,2 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden, das sind in etwa so viele wie im Vorjahr. Eine recht beeindruckende Entwicklung zeigte im Jahresverlauf die Arbeitslosenquote: Von 7,9 Prozent im Januar ging diese bis zum Jahresende auf 6,7 Prozent zurück. Zum Erreichen des tiefsten Wertes seit fünf Jahren dürfte neben dem Stellenaufbau aber auch die demographische Entwicklung beigetragen haben. Durch den Alterungsprozess wird inzwischen auch in den USA der Arbeitsmarkt entlastet. Die geburtenstarken Jahrgänge wandern in den Ruhestand ab.

In den kommenden Monaten rechnen wir mit einem durchschnittlichen Stellenplus von rund 170.000. Die Zahl der Beschäftigten dürfte dadurch bis zur Jahresmitte auf rund 138 Millionen klettern. Damit würde endlich wieder das Vorkrisenniveau vom Januar 2008 erreicht. Nach einer mehr als sechsjährigen Erholungsphase am US-Arbeitsmarkt dürfte bis zum kommenden Sommer der Verlust von knapp neun Millionen Arbeitsplätzen aufgeholt worden sein. Auch zukünftig dürften die Arbeitsmarktberichte von den Finanzmarktakteuren mit großer Aufmerksamkeit betrachtet werden, könnten diese doch Hinweise auf das weitere Vorgehen der amerikanischen Notenbank enthalten. Denn sollte der amerikanische Arbeitsmarkt von seinem derzeitigen Erholungspfad abweichen, so dürfte dies die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Straffung der Geldpolitik beeinflussen.

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