Stimmung an Aktienmärkten läuft heiß

Zwischenzeitlich hat der DAX unsere Vorausschau von 9.600 Punkten per Jahresmitte 2014 überschritten. Auch unser Kursziel von 10.200 Punkten per Jahresende liegt inzwischen in Reichweite. Die Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte hat die Bewertung in den vergangenen Quartalen deutlich erhöht, weil die Gewinne der Unternehmen seit rund drei Jahren auf der Stelle treten. Auch wenn sich die Kursgewinne an den Aktienmärkten trotz erhöhter Bewertung erfahrungsgemäß noch fortsetzen können (dies erwarten wir ebenfalls, u.a. weil die Konjunktur an Fahrt aufnimmt und es an Anlagealternativen am Rentenmarkt mangelt), empfehlen wir Investoren, auch im Jahr 2014 auf ein pragmatisches, wertorientiertes und im Grunde antizyklisches Anlagemanagement zu setzen. Der Schwerpunkt sollte dabei auf vernachlässigte Aktien, Länder und Sektoren gelegt werden, statt „blind“ dem Konsens zu folgen. Gleichzeitig sollten Märkte und Branchen, bei denen eine Überhitzung droht, sicherheitshalber grundsätzlich verkauft werden.

In letztere Kategorie fallen aus unserer Sicht heute verschiedene US-Indizes, aber auch DAX und Stoxx 600. Viele Marktbeobachter wähnen hier schon Anzeichen einer sich aufblähenden Preisblase. Jedoch stieg im Jahr 2000, als Aktien stärker denn je gefragt waren, die Bewertung der Leitindizes wie dem DAX in der Spitze bis auf 35 KGV-Punkte. Dies entsprach einer Gewinnrendite von 2,8%, während zeitgleich deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren 6,5% Rendite boten. Heute sind die Aktienmärkte mit KGVs zwischen 13 bis 14 Punkten bewertet. Dies entspricht einer Gewinnrendite von rund 7,4%, wovon wiederum 3,5% (also deutlich mehr als die Rendite von 1,8% bei deutschen Staatsanleihen) „cash“ als Dividende an die Aktionäre ausgezahlt wird. Von einer Blasenbildung am Aktienmarkt kann vor diesem Hintergrund (noch) keine Rede sein.

Doch sollte die aktuelle Euphorie Anlass zur Warnung geben. Viele marktechnische Indikatoren zeigen bereits heute eine Überhitzung der Märkte an. Dazu gehören die einschlägigen Sentimentindikatoren wie der amerikanische AAII-Index, die Stimmung unter Finanzberater, das steigende Ausmaß an Aktienverkäufern von Unternehmensinsidern und einige andere mehr.

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