Privater Konsum und Exporte sorgten im vierten Quartal für deutliches Wachstum der US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal annualisiert um 3,2 Prozent gewachsen, dies zeigen die heute veröffentlichten Daten. Auch wenn die wirtschaftliche Dynamik sich leicht gegenüber der hohen Dynamik vom dritten Quartal verlangsamte, ist dies eine sehr erfreuliche Entwicklung. So lasteten im Schlussquartal doch Belastungen wie die Schließung der Bundesbehörden im Oktober und eine extreme Kältewelle im Dezember auf dem Wirtschaftsleben. Die Verbraucher ließen sich hiervon nicht erschüttern, so dass allein der private Konsum 2,3‑Prozentpunkte zum Wachstum lieferte. Dies war der stärkste Wachstumsbeitrag seit dem vierten Quartal 2010. Für eine positive Überraschung sorgte außerdem der Außenhandel: Durch ein deutliches Plus bei den Exporten befeuerte dieser ebenfalls die wirtschaftliche Dynamik. Bremsfaktoren waren hingegen die Wohnungsbauinvestitionen und der öffentliche Sektor. Dabei dürfte der Bau von den widrigen Wetterbedingungen getroffen worden sein. Trotz der Beschleunigung im zweiten Halbjahr ist die US-Wirtschaft im abgelaufenen Jahr nur um 1,9 Prozent gewachsen.

Der Wirtschaftsmotor der größten Volkswirtschaft der Welt dürfte nach unserer Einschätzung auch in den kommenden Quartalen mit einer ähnlich hohen Drehzahl laufen wie im Schlussquartal. Im laufenden Jahr rechnen wir deshalb mit einem Wirtschaftswachstum von rund drei Prozent. Wie auch 2013 dürfte die Binnennachfrage der wesentliche Wachstumsträger sein, während der Außenbeitrag nur schwache Impulse liefern dürfte. Dieses Bild wird unter anderem durch die Befragungen der Einkaufsmanager gestützt, diese notieren deutlich im expansiven Bereich. Das Industrieklima hat sich seit dem letzten Sommer kontinuierlich aufgehellt und erreichte damit im Schlussquartal den höchsten Wert seit Anfang 2011. Positive Nachrichten liefern auch die Umfragen unter den Verbrauchern. Das erneut verbesserte Konsumbarometer vom Conference Board spiegelt die große Erleichterung der US-Bürger darüber wider, dass im Dezember endlich der politische Streit über die Haushaltspolitik beigelegt wurde. Auch das kräftig verbesserte Klima bei den Bauunternehmern weist auf eine sich fortsetzende Erholung in diesem Wirtschaftsbereich hin. Neben den Investitionen in Wohnungsbauten dürften in diesem Jahr auch die Investitionen in Ausrüstungen und Maschinen für anhaltenden Schwung in der US-Wirtschaft sorgen. Wegen der sich weiter verbessernden Arbeitsmarktlage dürfte die Kauffreude der Verbraucher weiter hoch bleiben. Dies alles liefert der amerikanischen Zentralbank das nötige Umfeld, um ihre expansive Geldpolitik weiter zu zurückzufahren.

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