Entwicklung in den EM – ist das Schlimmste bereits vorbei?

Im Rahmen der jüngsten Kursverluste der Schwellenländerwährungen war oft die Rede von einer neuen Emerging-Market-Krise, die sich abzeichnen würde. Aber gibt es – mal abgesehen von der „gefühlten Unsicherheit“, die je nach subjektiver Empfindung unterschiedliche Ausmaße annehmen kann – harte Fakten, die diese Einschätzung bestätigen?

Oder ist mit der Stabilisierung der letzten Tage das Schlimmste bereits wieder vorbei? Legt man die prozentualen Kursverluste vom Januar zugrunde, spiegeln diese mit Abwertungen bis zu 7% (HUF, ZAR, RUB vs. USD) keine krisenhafte Entwicklung für die Schwellenländerwährungen wider. Vielmehr sind in den bedeutendsten Krisen der letzten Jahre bei den Währungen der Emerging Markets meist Kursverluste zwischen 10% und fast 24% pro Monat gegenüber dem US-Dollar zu beobachten gewesen. Zum Teil erreichten die Abwertungen sogar über 80%. Gegen die Annahme „was nicht ist, kann ja noch werden“ sprechen darüber hinaus die Erfahrungen aus dem Herbst 2011 und dem Sommer 2012, beides Phasen erheblicher Kursverluste bei den Emerging-Market-Währungen. So kündigten sich die Abwertungen keineswegs über einen längeren Zeitraum an, sondern traten vorrangig in einem Monat (September 2011 bzw. Mai 2012) auf. In den jeweiligen Vormonaten waren keine Kursverluste oberhalb von 5% zu beobachten. Zudem konnten sich die Währungen im Folgemonat überwiegend wieder deutlich erholen. Zwar ist ein erneutes Aufflammen der jüngsten Turbulenzen damit nicht grundsätzlich auszuschließen. Insgesamt deuten die Erfahrungen der vergangenen Jahre jedoch darauf hin, dass sich die zuletzt zu beobachtende Stabilisierung in den kommenden Wochen fortsetzen wird.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *