Nur verhaltener Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt – Arbeitslosenquote jedoch weiter rückläufig

Nach dem heute veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht sind im Januar nur 113.000 neue Stellen geschaffen worden. Es ist eine gute Nachricht, dass trotz der winterlichen Unbilden in weiten Teilen des Landes die Beschäftigungsdynamik wieder angezogen hat. Im Dezember war durch die klimatischen Kapriolen mit einer Zahl von nur 75.000 das schwächste Stellenplus seit gut drei Jahren verzeichnet worden. Der verhaltene Stellenaufbau ist nach unserer Einschätzung deshalb keine allzu große Überraschung.

Im Januar belastete erneut der Staatssektor die Erholung am Arbeitsmarkt, während im privaten Sektor 142.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Mehr als die Hälfte davon wurde im Güter produzierenden Bereich geschaffen, der normalerweise nur einen unterdurchschnittlichen Beitrag zum Beschäftigungsaufbau liefert. Stattdessen stotterte im Januar der eigentliche Jobmotor der Vereinigten Staaten, nämlich der Dienstleistungssektor. Auffällig ist hier die Stellenstreichung im Einzelhandel, die letztendlich wohl eine Folge der Eiseskälte ist: Dürfte sich doch hierdurch die Konsumfreude der US-Bürger vorübergehend abgekühlt haben. In den Industriebetrieben setzte sich der Stellenaufbau den sechsten Monat in Folge fort. In diesem Wirtschaftsbereich wurden zum dritten Mal in Folge mehr als zwölf Millionen Beschäftigte gezählt. In der Bauwirtschaft wurde ein vergleichsweise deutliches Plus von 48.000 neuen Stellen verzeichnet. In den kommenden Monaten dürfte sich am US-Arbeitsmarkt der Stellenaufbau fortsetzen. Nachholeffekte sollten für eine kräftige Frühjahresbelebung sorgen. Die Zahl der Beschäftigten dürfte dadurch in der zweiten Jahreshälfte auf rund 138 Millionen klettern – also endlich wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Angesichts der inzwischen gewachsenen Bevölkerung ist dies allerdings auch nur ein Etappenziel.

Trotz des verhaltenen Stellenaufbaus setzte die Arbeitslosenquote zu Jahresbeginn ihren Abwärtstrend fort und ging leicht von 6,7 auf 6,6 Prozent zurück. Der erneute Rückgang dieses wichtigen Richtwertes für die amerikanische Geldpolitik könnte erneut an den Finanzmärkten für Spekulationen sorgen. Wir gehen allerdings davon aus, dass die amerikanische Zentralbank auch die immer noch sehr hohe Zahl an Arbeitslosen im Auge hat. Immerhin wurden auch im Januar mehr als 10 Millionen Arbeitslose gezählt. Diese Zahl liegt damit weit über dem langjährigen Durchschnitt von 7,5 Millionen und zeigt, dass der Erholungsprozess am US-Arbeitsmarkt noch längst nicht abgeschlossen ist.

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