Einkaufsmanagerindizes: Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten?

Die ersten Schätzungen der Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Eurozone, Deutschland und Frankreich zeichnen im Februar das Bild eines Europas der zwei Geschwindigkeiten. Während die EWU und allen voran Deutschland die in sie gesetzten Wachstumshoffnungen zu bestätigen scheinen, läuft die französische Wirtschaft der Entwicklung im Währungsgebiet weiter hinterher.

Der Composite Einkaufsmanagerindex für den Eurowährungsraum hat einen marginalen Rückgang erlitten. Er befindet sich jedoch weiterhin im expansiven Bereich. Der Index verlor 0,2 Punkte, verbleibt jedoch mit 52,7 Punkten nah an dem 31-Monats-Hoch aus dem Januar. Die Einkaufsmanagerindizes signalisieren ab einem Wert oberhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten eine Expansion der Produktion, während Werte darunter eine Kontraktion implizieren. Der aktuelle Rückgang ist vor allem auf ein geringeres Momentum im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen. Positiv ist anzumerken, dass nach Aussage der Einkaufsmanager die Exporte in die Länder außerhalb des Euroraums steigen. Die Dienstleistungsbranche konnte das Wachstum im Februar jedoch nochmals leicht steigern.

Auch der Composite PMI für Deutschland ist erneut gestiegen und erreichte ein 32-Monats-Hoch. Der Index stieg um 0.6 auf 56.1 Punkte. Damit deutet weiter alles auf einen robusten Start der deutschen Wirtschaft im Jahr 2014 hin. Der PMI des Dienstleistungssektors konnte die Expansion der vergangenen Monate fortsetzen. Hierfür war auch ein Anstieg der Beschäftigung verantwortlich. Die Expansionsgeschwindigkeit im verarbeitenden Gewerbe ging hingegen leicht zurück.

Die Konjunktur in Frankreich steht weiterhin auf tönernen Füßen. Der Composite PMI sackte um 1,3 auf 47,6 Indexpunkte ab und befindet sich im kontraktiven Bereich. Nach einem ausgeprägten Rückgang stellt sich die Situation im französischen Servicesektor wieder schwieriger dar. Aber auch das verarbeitende Gewerbe fährt die Produktion weiter zurück. Die Einkaufsmanager der restlichen Länder der Eurozone berichten dagegen den siebten Monat in Folge von einer steigenden Geschäftstätigkeit. Jedoch scheint auch hier das Tempo der Produktionsausweitung leicht gesunken zu sein.

Im Großen und Ganzen deuten die aktuellen Einkaufsmanagerindizes auf eine Zunahme der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2014 hin. Frankreichs Wirtschaft hat die Schwäche jedoch noch nicht überwunden. Dies heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass Frankreich mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung zu rechnen hat. Die PMIs waren auch in den Monaten Oktober bis Dezember im kontraktiven Bereich. Die Volkswirtschaft konnte mit 0,3 Prozent jedoch ein geringes Wachstum verzeichnen.

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