G20-Treffen in Sydney – Ein Herz für Schwellenländer?

An diesem Wochenende flüchten sich die Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Länder ins warme Sydney. Als hitzig dürften sich auch die Diskussionen über die globalen Folgen des US-Tapering erweisen. Während die Fed auch im Protokoll zu ihrer letzten Sitzung keine erhöhte Besorgnis über die Auswirkungen ihres Handelns auf die Schwellenländer erkennen ließ, sehen das die übrigen Gipfelteilnehmer wohl anders. Sogar in die Abschlusserklärung soll ein Passus über die US-Geldpolitik aufgenommen werden, so der Wunsch einiger Offizieller. Auch der IWF streut Salz in die Wunden und nennt als Hauptrisiken für 2014 Kapitalflucht und scharfe Währungsverluste bei den Schwellenländern.

Australiens Finanzminister Hockey verspricht zwar, während der australischen G20-Präsidentschaft besonderes Augenmerk auf dieses Thema zu legen. Ob sich tatsächlich ein Konsens darüber finden lässt, die Rolle der US-Geldpolitik in der G20-Abschlusserklärung aufzunehmen, ist aber ungewiss. Klar dürfte sein, dass es kaum konkrete Empfehlungen oder gar belastbare Beschlüsse geben wird. Welche Folgen für das Marktgeschehen solche G20-Treffen entfalten (oder vielmehr nicht entfalten), zeigt uns die Erfahrung von vor einem Jahr im Zuge der Diskussion über den vermeintlichen Währungskrieg. Auch damals standen die US-Geldpolitik und deren Folgen für die Schwellenmärkte im Fokus der Kritik – nur dass es damals um die übermäßige Liquiditätszufuhr und die unerwünschte Aufwertung besagter Währungen ging, statt um Liquiditätsverknappung und Abwertung. Außer viel öffentlicher Diskussion gab es keine Konsequenzen. Wenn sich die Fed im aktuellen Umfeld nicht von den Rückschlägen im eigenen Land von ihrem Tapering-Kurs abbringen lässt, wird sie das Schicksal anderer Nationen wohl erst recht nicht kümmern.

 

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