Gefahr einer erneuten Korrektur an den Aktienmärkten ist wieder gestiegen – Zeit für Gewinnmitnahmen!

Die Aktienindizes haben sich in den vergangenen Wochen erneut in die Nähe der Rekordhochs vorgearbeitet. Viele Marktteilnehmer sind äußerst optimistisch gestimmt, speziell in den USA. Dazu gehören neben den Privatanlegern inzwischen auch die Unternehmensanalysten. So werden in den USA beispielsweise nur 12 der 1.500 Unternehmen im breit abdeckenden S&P 1500-Index mehrheitlich zum Verkauf empfohlen. Bei den US-Flaggschiffindizes S&P 500 und Dow Jones wird inzwischen überhaupt keine Aktie mehr mehrheitlich zum Verkauf empfohlen. Beim DAX sind es immerhin noch sechs Werte (Commerzbank, Eon, RWE, K+S, Merck und ThyssenKrupp), genauso viele wie im Euro Stoxx 50.

Wir vertreten seit einiger Zeit die Meinung, dass nach der mehrjährigen Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten die Zeit für eine größere Konsolidierungsphase reif geworden ist. Darauf deuten neben des hohen Optimismus vor allem die überzogenen Bewertungen verschiedener Aktienindizes hin (vgl. auch unsere Publikationen vom 21.01. und 05.02.). Dazu kommen natürlich die Länge und das Momentum des Aufschwungs, die eine bevorstehende Konsolidierungsphase rein rechnerisch wahrscheinlicher machen. Den DAX-Anstieg der vergangenen Monate mit unverändertem Tempo fortzuschreiben, ließe sich nur rechtfertigen, sollten auch die zukünftigen Unternehmensgewinne im ähnlichen Ausmaß ansteigen. Dies ist von heutigem Standpunkt aus eine sehr unrealistische Annahme. Im Gegenteil: Den Märkten droht von Unternehmensseite nach Abschluss der Berichtssaison zum 4. Quartal nun eine nachrichtenlose Zeit. Auch die Berichte zum 1. Quartal 2014 ab Mitte April werden noch einige unangenehme Überraschungen liefern, u.a. aufgrund der negativen Folgen der jüngsten Währungsturbulenzen.

Nachdem wir am 21. Januar Investoren taktisch zu Verkäufen geraten hatten und auch die Aktienquote in unserem DZ BANK Musterdepot von 35% auf 25% gesenkt hatten, folgte tatsächlich eine Korrektur des DAX um gut 650 Punkte. Inzwischen notiert der Index jedoch wieder in der Nähe des Rekordhochs und unsere Kursprognose von 9.600 DAX-Punkten per Jahresmitte wurde eingestellt. Wir empfehlen nun, ähnlich wie bereits Mitte Januar, unter Absicherungsaspekten erneut eine Reduktion der Aktienquote. Idealerweise sollte der DAX in den kommenden Monaten im Bereich zwischen 8.750 (Bereich um 200-Tage-Linie) und 10.200 Punkten (DZ-Prognose per 31.12.14) notieren, wobei erstgenanntes Niveau für neue Käufe interessant wäre.

Einen Grund dafür, dass die Aktienmärkte in den kommenden Monaten kollabieren sollten, sehen wir hingegen nicht. Der aktuell beliebte Vergleich von Pseudokorrelationen zwischen heutigen und früheren Kursentwicklungen erscheint willkürlich, weil jede Krise – genau wie jede Aufschwungsphase – anders ist. Das Niedrigzinsumfeld und die Aussicht auf eine stabile Konjunkturentwicklung stehen insgesamt einer „Crash“-Prognose entgegen.

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