Deutsche Konjunkturdaten: Noch besser auf den 2. Blick!

Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt heute für die deutsche Wirtschaftsentwicklung im Schlussquartal 2013 veröffentlicht hat, sind auf den ersten Blick nicht sehr aufregend. Die Wirtschaftsleistung ist relativ zum Vorquartal um 0,4% gestiegen, im Vorjahresvergleich liegt das Plus bei 1,3%. Das sind zwar im europäischen Vergleich komfortable Daten, doch ein kräftiger Konjunkturaufschwung sieht anders aus.

Dem stehen schon seit Monaten ausgesprochen gute Klimaindikatoren gegenüber. Sowohl Unternehmen (etwa in der monatlichen ifo-Umfrage) als auch Verbraucher (Konsumklima-Befragung) äußern sich beinahe schon euphorisch, was die Einschätzungen zur aktuellen Wirtschafts- und Einkommensentwicklung und zum weiteren Konjunkturausblick angeht. Wie passt das zusammen?

Zum einen sind die heute gemeldeten Wachstumszahlen besser, als sie auf den ersten Blick aussehen. Vor allem zwei Dinge fallen positiv auf: Die deutschen Exporte sind so kräftig gestiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. Das widerlegt die viel geäußerte Auffassung, die laufende Konjunkturerholung in Deutschland müsse auf außenwirtschaftliche Impulse verzichten und ausschließlich von der Binnennachfrage getragen werden. Und weiter: Die deutschen Unternehmen beenden ihren Investitionsstreik. Sowohl bei den Ausrüstungen als auch beim Wirtschaftsbau gab es kräftige Zuwachsraten, was für das laufende Jahr eine gute Basis bildet. Dass trotz florierender Exporte und anziehender Investitionen „nur“ 0,4% an Wachstum herausgesprungen sind, liegt hauptsächlich an einem kräftigen, negativen Lagereffekt, der das Wachstum im Schlussquartal dämpfte. Wenn die Läger wieder aufgefüllt werden, wird sich das entsprechend positiv auswirken.

Daneben muss man davon ausgehen, dass die überaus guten Sentiment-Indikatoren der realen Entwicklung mit einem zeitlichen Vorsprung vorauslaufen. Das ist zwar keineswegs immer der Fall, doch in der aktuellen Situation deutet einiges darauf hin. Schon im ersten Quartal 2014 dürfte eine merkliche Beschleunigung der deutschen Konjunktur zu verzeichnen sein – wir rechnen mit einer Verdoppelung der Quartalsdynamik des Bruttoinlandsprodukts auf 0,8%. Das bildet dann den Auftakt für ein gutes 2014, das nach zwei schwachen Jahren wieder mit einer Wachstumsrate von mehr als 2% aufwarten dürfte.

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