Krim-Krise auch eine Gefahr für den Euro?

Nachdem die Schwellenländer schon den Januar dominiert hatten, schien in den vergangenen Wochen endlich Ruhe einzukehren. Doch zu früh gefreut. Denn mit der Eskalation der Krim-Krise ist das Thema Schwellenländer wieder ganz klar auf dem Tisch. Noch ist schwierig abzusehen, wie sich die Situation weiter entwickelt. Klar ist aber, dass ein weiterer Unsicherheitsfaktor geschaffen wurde.

Bisher waren hauptsächlich der russische Rubel, der polnische Zloty und der ungarische Forint betroffen, aber auch die G10 Währungen könnten von der Krise in Mitleidenschaft gezogen werden. Während sichere Häfen wie der Schweizer Franken eher profitieren dürften (sehr zum Leidwesen der SNB, die großes Interesse an einem schwachen Schweizer Franken hat), stellt die Krise in der Ukraine für den Euro einen potentiellen Risikofaktor dar. Deutschland allein bezieht zwei Drittel seiner Gas- und Ölimporte aus Russland (oft über den Weg der Ukraine), bei vielen anderen europäischen Ländern ist der Anteil höher. Sollte die Krise weiter eskalieren, es gar zu einem militärischen Konflikt kommen (auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios in den letzten Tagen zu sinken scheint), hätte dies potentiell signifikante wirtschaftliche Auswirkungen auch für die EU. Ein sicherer Hafen wäre der Euro in einer weiter eskalierenden Krim-Krise daher sicher nicht. Als Alternative stünde dann der US-Dollar im Vordergrund, der zwar momentan durch wetterbedingte Unsicherheiten belastet ist, solche Bedenken aber vor dem Hintergrund einer Eskalation des Konflikt auf der Krim abschütteln dürfte.

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