Industrieproduktion Euroraum: Erneut leicht rückläufig

Nachdem die Industrie im Euroraum zum Jahresausklang einen unerwarteten Rückschlag erlitten hatte, enttäuscht nun auch der Januar mit einem leichten Minus. Die Unternehmen produzierten zuletzt -0,2 Prozent weniger als noch im Vormonat Dezember, wie die Daten von Eurostat vom Mittwoch zeigen (Dezember 2013: -0,4 Prozent hochrevidiert). Ökonomen hatten hingegen mit einem moderaten Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet.

Der schwache Januar war vor allem dem witterungsbedingt starken Rückgang bei den Energiegütern zu verdanken (-2,5 Prozent). Aber auch bei den Gebrauchsgütern und den Vorleistungen fiel der Output geringer aus. Immerhin legte die Fertigung der Investitionsgüter wieder etwas zu (+0,9 Prozent). Dafür sprachen bereits im Vorfeld gute Vorgaben bei den Auftragseingängen in diesem Segment.

Unter den Euroländern verbuchten die Länder Deutschland und Italien einen Zuwachs von 0,4 bzw. 1,0 Prozent, während  Frankreich mit -0,3 Prozent leicht zurückfiel. Besonders kräftig sackte die Niederlande mit -6,3 Prozent ab. Bei den Programmländern trugen hingegen alle Staaten schwach bis moderat positiv zum Industriewachstum bei. Wobei Portugal mit +0,9 Prozent den stärksten Zuwachs erzielte.

Im Jahresvergleich zog die Industrieproduktion im Euroraum im Januar um 2,1 Prozent an und übertraf damit die Markterwartungen (1,9 Prozent).

Damit bleibt die Industrie im Euroraum insgesamt etwas hinter den Erwartungen zurück. Der wiederholte Rückgang ist jedoch keine Abkehr vom bisherigen Erholungspfad. Vielmehr zeigen die Daten, dass sich die Erholung in den meisten Volkswirtschaften des Euroraums und vor allem in den Programmländern weiter fortsetzt, was auch von einer Vielzahl wichtiger Frühindikatoren getragen wird. Nur vereinzelt wie in Frankreich oder mit Ausreißern wie in den Niederlanden bleiben Schrammen am Konjunkturbild zurück. Ungeachtet dessen bleiben wir jedoch optimistisch und erwarten, dass die konjunkturelle Dynamik im Euroraum insgesamt an Stärke gewinnt – wenn auch nur auf moderaten Niveau.

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