Wohnungsmarkt Deutschland – Baugenehmigungen steigen auf 10-Jahres-Hoch

Der Wohnungsbau in Deutschland ist kräftig auf Touren gekommen. Das, was sich schon anhand der vielen Baukräne in den Städten beobachten lässt, unterstreichen die heute veröffentlichten Zahlen der Baugenehmigungen für das vergangene Jahr. Mit 270.364 genehmigten Wohnungen wurde die Zahl von 2012 deutlich um 12,9 Prozent übertroffen und zugleich der Zehn-Jahres-Höchstwert erreicht. Mit dem fünften Anstieg in Folge hat sich die Zahl der neu genehmigten Wohnungen gegenüber dem Tief von 2008 mit nur 175.000 Einheiten um 95.000 oder gut 55 Prozent ausgeweitet.

Der Löwenanteil entfällt mit 235.000 genehmigten Wohnungen auf neu zu errichtende Wohngebäude, nur etwa 10 Prozent der Genehmigungen betreffen bereits bestehende Gebäude. Fast zwei Drittel der neu zu bauenden Wohnungen sind in Mehrfamilienhäusern und Zweifamilienhäusern vorgesehen. Hier fällt der Anstieg gegenüber 2012 mit über 20 Prozent deutlich überdurchschnittlich aus. Dem gegenüber konnten die neu genehmigten Einfamilienhäuser mit einem Plus von nur 1,1 Prozent auf nicht ganz 90.000 Einheiten kaum zulegen.

Was lässt sich aus den Baugenehmigungen für den Wohnmarktes herauslesen? Die aktuelle Zahl der genehmigten Wohnungen kommt dem für Deutschland grob geschätzten Neubaubedarf von 300.000 Einheiten schon recht nahe. Allerding hinkt die Zahl der tatsächlich fertig gestellten Wohnungen noch deutlich hinterher. Der Wert für das abgelaufene Jahr liegt zwar bislang noch nicht vor, es dürften mit 225.000 bis 230.000 Einheiten aber nur etwa drei Viertel des Bedarfs erreicht werden. 2012 lag die Fertigstellungszahl mit 200.500 Wohnungen allerdings noch wesentlich weiter von der Gesamtzahl der benötigten Wohnungen entfernt. Damit wird der zentrale Preistreiber am deutschen Wohnungsmarkt, das knappe Angebot in den Metropolen und Universitätsstädten, weiterhin wirksam bleiben.

Durch steigende Einwohnerzahlen und den über viele Jahre hinter dem Bedarf hinterherhinkenden Geschosswohnungsbau sind die Wohnungsmärkte hier oftmals wie leergefegt. Mieten und Kaufpreise sind deshalb zum Teil kräftig gestiegen, haben damit aber auch den Neubau von Wohnungen wieder attraktiv gemacht. Der spürbare Zuwachs des Geschosswohnungsbaus ist eine logische Reaktion. Der positive Trend des innerstädtischen Neubaus dürfte sich auch noch fortsetzten, er wird aber zugleich dafür sorgen, dass sich die Balance zwischen Nachfrage und Angebot sukzessive wieder verbessert. Der Wohnungsmangel lässt sich nicht über Nacht beseitigen, auf Dauer wird sich die aktuell schwierige Position von Mietern und Wohnungskäufern aber wieder verbessern – und damit den Preis- und Mietauftrieb abflachen. Anders sieht es in vielen ländlichen Regionen abseits der Ballungsräume aus. Für die hier dominierenden Einfamilienhäuser lassen sich beim Verkauf oft nur mühsam Interessenten finden. Dass dieser Gebäudetyp nicht von der steigenden Neubautrend profitieren kann, ist folgerichtig.

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