Fed: Der Geldhahn wird langsam, aber stetig zugedreht!

Nach dem zweitägigen Treffen des FOMC-Rates hat die US-Notenbank gestern Abend bekannt gegeben, ihre Anleihekäufe abermals um 10 Milliarden US-Dollar pro Monat zu reduzieren. Auf der ersten Zinssitzung unter der Leitung von Janet Yellen blieb die Fed damit dem seit Anfang des Jahres eingeschlagenen Kurs der langsamen Drosselung der quantitativen Lockerung treu. Dies war auch von der Mehrheit der Marktbeobachter so erwartet worden.

Die Mitglieder des FOMC-Rates haben sich dazu entschieden, die verbalen Leitlinien für die künftige Geldpolitik deutlich zu verändern. So betonen die Währungshüter nun, dass sie eine breite Palette an Indikatoren beobachten, die für eine mögliche Leitzinserhöhung ausschlaggebend sein werden. Gleichzeitig wird in der Presseerklärung hervorgehoben, dass die Leitzinsen noch beträchtliche Zeit niedrig bleiben werden, nachdem die Fed ihr Anleihekaufprogramm beendet haben wird. Ziel dieser Aussage dürfte sein, mögliche Unsicherheiten zumindest über den kurzfristigen geldpolitischen Kurs zu beseitigen und frühzeitige Leitzinserhöhungsphantasie zu dämpfen.

Sowohl das Fed-Statement, als auch die Projektionen sowie die Pressekonferenz haben die Erwartungen an den Finanzmärkten geschürt, dass die Fed Funds Target Rate vielleicht doch früher als erwartet wieder angehoben werden könnte. Zum ersten Mal seit langer Zeit haben die Währungshüter ihre Zinserwartungen nicht in die Zukunft verschoben. Die Mehrheit der FOMC-Mitglieder – 13 von 16 – erwarten die erste Leitzinserhöhung in 2015. Daneben hat sich die Fed-Präsidentin dazu hinreißen lassen, eine mögliche Zinserhöhung sechs Monate nach Beendigung des Tapering in Aussicht zu stellen.

Wir fühlen uns in unsere Prognose bestätigt, dass die Fed die Leitzinsen im Sommer 2015 anheben wird. Der von uns erwartete Zinserhöhungspfad entspricht nach der Prognoserevision der Fed nun den Erwartungen der Notenbank. Alles in allem dürfte die US-Notenbank bei der Straffung des geldpolitischen Restriktionsgrades wohl ein gemächliches Tempo bevorzugen, solange die Inflationsraten dies ermöglichen.

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