Russische Annexion der Krim belastet den Rubel

Die Ukraine-Krise bedeutete für den russischen Rubel, der bereits zu den schwächsten Schwellenländerwährungen in diesem Jahr gehörte, einen neuen Abwertungsschub. Zwar hat Russland auf der Krim offenbar sein Ziel erreicht. Die (völkerrechtswidrige) Eingliederung der Krim in das russische Staatsgebiet sollte in dieser Woche juristisch abgeschlossen sein. Auf der Krim rollt schon der russische Rubel, neben dem bis 2016 gültigen ukrainischen Hrywnja. Ob der Rubel bald auch in anderen Teilen der pro-russischen Ostukraine Einzug hält, erscheint nach den letzten Aussagen von Präsident Putin aber eher unwahrscheinlich. Wir gehen davon aus, dass die Krim unter russischem Einfluss bleibt, danach aber keine weitere Eskalation der Ukraine-Krise erfolgt.

Der Machthunger des russischen Bären könnte für ihn teuer werden, ihn sogar die politische Isolation führen und eine Rezession in Russland provozieren. Die russische Notenbank warnte kürzlich davor, dass die gestiegene Unsicherheit das Konsumenten- und Produzentenvertrauen belastet und das Wirtschaftswachstum schwächer als bisher angenommen ausfallen dürfte.  Bislang beschränken sich die Sanktionen jedoch auf Einreisverboten und Kontensperrungen für 21 Politiker und Militärs. Die USA drohen mit Wirtschaftssanktionen, Russland kündigte bereits mögliche Gegenmaßnahmen an. Ob sich die EU auch noch gezwungen sieht, eigene Wirtschaftssanktionen auszusprechen, ist noch unklar. Klar ist jedoch, dass die wirtschaftliche Abhängigkeit Europas von Russland größer ist, als die von den USA. Unabhängig von den direkten Folgen von Putins Außenpolitik hat die russische Wirtschaft wohl sinkende Investitionen und nicht zu vernachlässigende Integrationskosten für die Krim zu befürchten.

Beruhigende Worte von Präsident Putin, die Ukraine nicht spalten zu wollen, haben den Rubel zumindest für den Moment beruhigt, so dass Euro-Rubel den Rückwärtsgang auf aktuell rund 50 RUB/EUR einlegt. So lange Wirtschaftssanktionen nur als Drohkulisse wirken, wird eine weitere Beruhigung des Ukraine-Konflikts zu weiter sinkender Risikowahrnehmung der Investoren führen. Wir sind zuversichtlich, dass sich das Sentiment in den nächsten Tagen verbessert  und sich Euro-Rubel wieder einem Niveau  von 48 Rubel annähert.

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