Zentralbanken einiger EM-Staaten sitzen zwischen zwei Stühlen

Sowohl die polnische als auch die ungarische Konjunkturerholung gewinnt zunehmend an Kontur. Mit Blick auf 2014 dürfte die polnische Volkswirtschaft so stark wachsen wie zuletzt 2011. In Ungarn wird sogar mit dem höchsten BIP-Plus seit 2006 gerechnet. Betrachtet man diese Wachstumsperspektiven für sich genommen, könnte man bereits in den Sommermonaten mit einer Leitzinswende, sprich mit wieder steigenden Leitzinsen rechnen.

Dies wäre allerdings zu kurz gegriffen, darf man doch die Rechnung nicht ohne die Inflationsentwicklung machen. Und diese bereitet den dortigen Notenbanken derzeit Kopfzerbrechen, haben doch beide Länder mit ausgeprägten Disinflationstendenzen zu kämpfen. Damit steht sowohl in Polen als auch in Ungarn den rosigen Wachstumsaussichten ein auf absehbare Zeit nur verhaltener Preisdruck gegenüber. Beide Notenbanken haben deutlich gemacht, dass die Abwärtsrisiken der Teuerungsrate für sie das große Thema sind. Daher rechnen wir ungeachtet der sich fortsetzenden spürbaren Konjunkturerholung sowohl in Polen als auch in Ungarn erst auf Jahressicht mit einer ersten moderaten Leitzinserhöhung.

Auch die Währungshüter von Südafrika sitzen zwischen zwei Stühlen. Allerdings sind es hier deutliche Inflationsrisiken und eine sich nur moderat erholenden Wirtschaft, welche der dortigen Notenbank den Schlaf rauben. Aber auch die südafrikanischen Währungshüter haben klar gemacht, dass für sie eindeutig die Preisrisiken im Vordergrund stehen. Bekräftigt haben sie ihre Aussagen Anfang Januar mit einer spürbaren und vom Markt angesichts der bestehenden Wachstumsrisiken nicht erwarteten Leitzinsanhebung um 50 Basispunkte. Die Vorsitzende der dortigen Notenbank, Marcus, hat zudem weitere geldpolitische Straffungen in Aussicht gestellt, dürfte doch der Preisdruck ihrer Ansicht nach erst Ende des Jahres seinen Höhepunkt erreicht haben. Wir gehen daher davon aus, dass die südafrikanische Zentralbank den Leitzins auf kurze Sicht um weitere 100 Basispunkte auf dann 6,50% anheben und diesen auf Jahressicht auf diesem Niveau belassen wird.

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