Einmal Krise und zurück – Peripheriespreads weiter im Sinkflug

Seit fast zwei Jahren entwickeln sich die Spreadniveaus in der Eurozone bereits rückläufig. Ist es Zeit Gewinne mitzunehmen oder wird sich der Trend weiter fortsetzen können?

An den kurzen Enden der Renditestrukturkurven vollzog sich der Spreadeinengungstrend bei EWU-Staatsanleihen, ausgelöst durch die Einrichtung der Krisenmechanismen der EZB, wesentlich früher und anfangs auch mit höherer Geschwindigkeit. Während die Konvergenz der Kurzläuferrenditen im Kern-Segment in einem früheren Krisenstadium schon abgeschlossen war, mündet dieser Trend im Fall kurzer Peripherieanleihen gegenwärtig in eine finale Phase ein. Das bedeutet, dass zwar mit weiteren Spreadeinengungen zu rechnen ist, dieser Prozess im Fall Spaniens oder Italiens in den kommenden Monaten aber nahezu abgeschlossen sein könnte. Portugal dürfte bei kurzen Peripherie-Bonds noch über das größte Potenzial verfügen.

Am langen Ende der Zinskurven spielen längerfristige Bonitätsfragen eine größere Rolle, sodass die Krisenbewältigungsmechanismen hier nicht sofort die gleiche Wirkung entfalteten. Inzwischen scheint der Spreadeinengungstrend bei einigen Kernstaaten (Frankreich und Belgien) schon weitestgehend abgeschlossen zu sein. Der Abstand zu Ländern gleicher Bonität wie Niederlande oder Österreich hat sich in den vergangenen Monaten sogar ausgeweitet.

Eine deutlich günstigere Entwicklung verzeichnen Peripherienanleihen mit langer Restlaufzeit. Während der nachhaltige Spreadeinengungstrend erst verhältnismäßig spät einsetzte, hält er bis heute an und weist gegenwärtig noch Potenzial auf. Verglichen mit Euro-Unternehmensanleihen gleicher Bonität sind spanische und italienische Staatsanleihen aktuell fair bewertet. Da sich mit Blick auf den Anstiegstrend bei Bund-Renditen Spreads im Allgemeinen weiter einengen dürften, gehen wir auch von anhaltenden Einengungen bei Peripheriespreads aus. Unter Berücksichtigung der Stärke des Trends und tieferer historischer Niveaus ist sogar eine weitere Outperformance bei den Peripheriespreads gegenüber anderen Segmenten denkbar.

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