EWU-Inflation im März: Ostereffekt und Energiepreise dämpfen Preisentwicklung

Die Inflationsrate im Euroraum ist im März nach vorläufigen Angaben auf 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Im Februar lag die Jahresrate noch bei 0,7 Prozent. Im Hinblick auf die Unterkomponenten gab der Teilbereich Energie etwas weniger nach als noch im Vormonat (-2,1 Prozent nach -2,3 Prozent im Februar). In den anderen Teilbereichen Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak, Industriegüter ohne Energie sowie Dienstleistungen stiegen die Verbraucherpreise. Jedoch fiel die Preissteigerung geringer aus als in den Vormonaten. Die Kernrate ohne die volatilen Komponenten der Nahrungsmittel und Energie verlangsamte sich von 1,0 Prozent im Vormonat auf 0,8 Prozent.

Die heute veröffentlichen Daten sind eine erste Schätzung der Inflationsentwicklung im abgelaufenen Monat. Von den Mitgliedsländern sind bisher nur Zahlen für Deutschland, Italien und Spanien veröffentlicht worden. Während ohne weitere Angabe von Details die harmonisierte Inflationsrate in Spanien in den negativen Bereich rutschte (von +0,1 auf -0,2 Prozent) sanken die Teuerungsraten in Italien von 0,4 auf 0,3 Prozent und in Deutschland von 1,0 auf 0,9 Prozent.

Die bisher nur schwache Konjunktur und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt haben die Verbraucherpreisentwicklung schon im Jahr 2013 deutlich abgebremst. Zudem sind in zahlreichen Ländern preistreibende Effekte konsolidierungsbedingter Mehrwertsteuererhöhungen ausgelaufen. Letzte Steuererhöhungen in Frankreich und Italien hatten kaum Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, so dass die Inflation im Währungsgebiet derzeit den Zielwert der EZB von „nahe aber unter 2 Prozent“ deutlich unterschießt.

Der Rohölpreise und der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu einem niedrigeren Ölpreis in Euro geführt. Dies lastet schon seit Jahresbeginn auf der Energiepreiskomponente. Zudem dürfte die Inflationsentwicklung im März durch den Ostereffekt gedämpft worden sein. Im Vorjahr fielen die Osterfeiertage in den Berichtsmonat März. Saisonale Preiserhöhungen im Zusammenhang mit dem Osterfest entfielen dementsprechend im März. Dies dürfte sich dann aber im April preissteigernd auswirken. Insgesamt dürfte die Inflationsentwicklung im Euro-Raum im Jahresverlauf 2014 zwar tendenziell ansteigen, aber weiter unterhalb der 2%-Marke bleiben.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *