Schweden trudelt weiter in die Deflation

Auf der gestrigen Notenbanksitzung der Riksbank hatte man ein wenig den Eindruck, die Notenbank-Oberen sehen die Entwicklung des Preisniveaus relativ entspannt. Ja, die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung (auf der kommenden Notenbanksitzung im Juli), hat zwar zugenommen, die entscheidende Konsequenz fehlte jedoch bisher. Mit anziehender Wirtschaftsdynamik, so hofft Riksbank schon seit geraumer Zeit, wird auch das Preisniveau in Schweden wieder steigen.

Die aktuellen Zahlen für die Inflationsentwicklung im März zeichnen aber ein ganz anderes, wesentlich düstereres Bild. Mit -0,6% (J/J) hat sich die negative Preisentwicklung zu den Zahlen im Februar von -0,2% (J/J) noch einmal deutlich beschleunigt. Auch die monatliche Preisveränderungsrate hat von 0,4% im Februar auf 0,0% abgenommen. Die Deflation hält nun nicht nur seit drei Monaten an, sie beschleunigt sich in ihrer Entwicklung auch noch.

Mit diesen deutlich negativen Zahlen müssen wir die gestrige Notenbanksitzung in ein wenig anderes Licht rücken. Entweder die Notenbank wusste bereits auf ihrer Notenbanktagung von der aktuellen Entwicklung des Preisniveaus im März, oder aber auch sie ist von den aktuellen Zahlen überrascht worden. Mit der Tiefe an Marktinformationen, die eine Notenbank besitzt, glauben wir eher an erstere Möglichkeit. Umso erstaunlicher erscheint die gestrige Leitzinsentscheidung, die Repo Rate konstant bei 0,75% zu belassen. Die Angst, durch niedrigere Zinsen die Verschuldung der privaten Haushalte weiter in die Höhe zu treiben, muss weitaus höher sein, als man bislang vermutet hat.

Die Schwedische Krone hat die jüngsten Inflationszahlen mit einer starken Kursbewegung quittiert. EUR-SEK befindet sich derzeit bei 9,0460 SEK, auf Höhen, die seit Mitte Dezember 2013 nicht mehr zu sehen waren. Damals waren es allerdings Reaktionen auf die letzte Leitzinssenkung von 1,00% auf 0,75% Mitte Dezember.

Die nächste Notenbanksitzung der Riksbank wird erst wieder im Juli abgehalten. So erhalten wir zwar noch Inflationszahlen für April, Mai und Juni. Diese müssten sich in ihrem derzeitigen Trend aber deutlich umkehren, damit die Riksbank auf ihrer nächsten Notenbanksitzung die Leitzinsen nicht senkt.

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