Zinserhöhungsphantasie erhält einen Dämpfer

Die gestrigen Minutes haben insgesamt die Sorgen des Finanzmarktes vor einem schnellen und kräftigen Zinserhöhungspfad zerstreut. Die Renditen der zweijährigen US-Treasuries sind vor diesem Hintergrund um rund fünf Basispunkte gesunken. Die Highlights der Minutes lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die Fed-Ökonomen sehen die wirtschaftliche Dynamik anhaltend positiv. Der Arbeitsmarkt erhole sich, brauche jedoch noch Zeit, um vollständig zu genesen.

Auf der Pressekonferenz hatte sich Fed-Präsidentin Janet Yellen zwar dazu hinreißen lassen, eine mögliche Zinserhöhung sechs Monate nach Beendigung des Tapering in Aussicht zu stellen. Hinweise hierauf finden sich in den Minutes jedoch nicht wieder. Damit dürften sich die Markterwartungen einer geldpolitischen Wende Anfang des kommenden Jahres wieder legen. Wir halten an unserer Meinung fest, dass die US-Notenbank im Sommer 2015 zum ersten Mal in diesem Zyklus die Leitzinsen anheben wird.

Die Forward-Guidance wurde zwar in Richtung einer qualitativen Steuerung angepasst. Einige Ökonomen hätten sich jedoch eine stärkere Betonung der niedrigen Inflationsraten hinsichtlich der zukünftigen Geldpolitik gewünscht. Diese wurde zwar nicht in der Forward-Guidance aufgenommen, dennoch hat die Fed-Chefin dem Wunsch auf der Pressekonferenz Rechnung getragen. So hat sie versprochen, die Leitzinsen solange niedrig zu lassen, wie die Inflation unter dem Zielwert der Fed liege.

Die Fed-Ökonomen scheinen über das Ergebnis ihrer Einzelprognosen selbst überrascht gewesen zu sein. Hier wird ein kräftigerer Leitzinserhöhungszyklus als bislang ausgewiesen. Die Minutes relativieren diese Prognosen jedoch wieder. So dürften die Leitzinsen wohl auch dann nur sehr moderat steigen, wenn die Inflation und der Arbeitsmarkt diejenigen Niveaus erreicht haben, die mit dem Mandat der Fed vereinbar sind.

 

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