Einkaufsmanager im Euroraum: Optimismus in Deutschland, zögerliche Franzosen

Die vorläufigen Umfrageergebnisse unter den Einkaufsmanagern im Euroraum (PMI) sorgen für Überraschungen sowohl in positiver wie auch negativer Hinsicht. Die Einschätzungen für den konjunkturellen Ausblick in den beiden größten Volkswirtschaften für den Start in das zweite Quartal 2014 laufen im April wieder stärker auseinander. Während der zusammengefasste PMI für die Industrieproduktion und der Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor – der sogenannte Composite Index Produktion – in Deutschland überraschend deutlich zulegte, sank Frankreichs PMI stärker als erwartet. Bedenken in Bezug auf die Turbulenzen rund um die Ukraine oder die Sorge vor einem anhaltend verhaltenen Wachstum in China zeigen sich damit für Deutschland bisher nicht.

Das hat der wirtschaftlichen Aktivität im gesamten Euro-Raum zumindest kein weiteres Hindernis in den Weg gelegt. Der Composite PMI für die Eurozone konnte, trotz der entgegengesetzten Signale aus Deutschland und Frankreich, aktuell noch etwas zulegen. Im April stieg der Index auf 54,0 Punkte, nach 53,1 im März und signalisiert damit eine fortgesetzte Erholung.

Die deutsche Wirtschaft dürfte mit reichlich Schwung in das laufende zweite Quartal starten. Darauf deutet der PMI Composite Index Produktion für Deutschland hin, der im April auf stattliche 56,3 Punkte zulegte und damit um ganze 2 Punkte höher lag als im Vormonat. Daneben haben eine gestiegene Geschäftstätigkeit, erneute Auftragszuwächse als auch gute Aussichten am Arbeitsmarkt maßgeblich zu dem günstigen Ausblick des Industriesektors beigetragen.

In Frankreich dürfte sich die Erholung im privaten Sektor wieder abschwächen, nachdem die Einkaufsmanager erst im März eine moderate Belebung der Industrieproduktion und der Geschäftstätigkeit im Dienstleistungsbereich signalisierten. Der Composite Index Produktion sank auf 50,5 Punkten im April, nach 51,8 im März. Die französische Industrie verhält sich vor allem aufgrund des stagnierenden Neugeschäfts zurückhaltend. Zudem ist auch der Subindex für die Beschäftigung wieder in den kontraktiven Bereich gerutscht. Damit dürfte sich kurzfristig der Rückgang bei Beschäftigung beschleunigt haben.

Fazit: Während sich Deutschlands Wirtschaft weiterhin als robust erweist und auch in den kommenden Monaten auf Wachstumskurs bleiben dürfte, scheint es den französischen Unternehmen derzeit schlicht an dem nötigen Vertrauen in den heimischen konjunkturellen Aufschwung zu mangeln. Besonders erfreulich: Für die gesamte Eurozone deuten die neuesten Umfrageergebnisse auf eine weitere Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität in den kommenden Monaten hin.

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