DAX-Kursziel von 10.200 Punkten bleibt realistisch

– Kurzfristig: Berichtssaison dürfte vereinzelt Enttäuschungen bringen
– Mit Blick auf das Jahresende unverändert positive Einschätzung

Die Bewertungen an den Aktienmärkten liegen auf hohem Niveau. Dies gilt insbesondere für den amerikanischen Markt. Dort liegt das zyklenadjustierte und inflationsbereinigte „Shiller“-KGV heute 58% über dem historischen Durchschnitt, bei der Relation Kurs- zu Buchwert (KBV) sind es gut 18%.

Statistische Auswertungen über den historischen Zusammenhang zwischen Bewertung und Aktienkursgewinnen in den Folgejahren lassen vermuten, dass in hoch bewerteten Märkten in den kommenden fünf oder zehn Jahren nur noch mit schwachen Börsengewinnen zu rechnen ist. Gleichzeitig zeigt der Rückblick jedoch auch, dass Phasen hoher Bewertungen üblicherweise erst dann zu Ende gehen, wenn auch die wirtschaftliche Entwicklung am Ende des Konjunkturzyklus stoppt und in die Rezession abgleitet. Bis zu diesem Punkt stiegen die Aktienkurse weiter an, auch wenn die Bewertungsparameter oft schon auf hohem Niveau standen.

Im Rückblick auf die vergangenen 30 Jahre war dies insbesondere in den Zeiträumen 1995 bis 2000 sowie 2004 bis 2007 zu beobachten. In diesen Phasen lag die Bewertung des S&P 500, gemessen an der Relation KBV, am Anfang leicht, später deutlich über dem Durchschnitt. Trotz der überdurchschnittlich hohen Bewertung kauften Anleger also weiter ungebremst Aktien.

Obwohl auf der Bewertungsseite die Luft zunehmend dünner wird, gehen wir nach wie vor davon aus, dass sich die Aktienmärkte im weiteren Jahresverlauf positiv entwickeln werden. Bisher ging der Gewinnanstieg der Unternehmen zum großen Teil auf Kosteinsparungen und Niedrigzinsen zurück. Sollte im weiteren Jahresverlauf die Konjunktur – wie von uns erwartet – an Fahrt aufnehmen, sollten auch die Unternehmensumsätze und –gewinne deutlich profitieren. Dies sollte den Leitindex DAX bis Jahresende auf 10.200 Punkte ansteigen lassen. Ein sich fortsetzendes Überschießen der Bewertung über die historischen Durchschnittswerte erscheint, wie bereits in den angesprochenen früheren Marktphasen, wahrscheinlich.

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