Allmählicher Abbau des „Geldanlagestaus“ in Sicht

Wie aus den aktuell von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen hervorgeht, ist das Geldvermögen der Bundesbürger im Jahr 2013 um vier Prozent auf 5,2 Billionen Euro gestiegen. Damit liegt das Wachstum zwar über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Allerdings ist der Vermögensanstieg vor allem auf die anhaltend hohe Spartätigkeit zurückzuführen. An den kräftigen Kursgewinnen der Aktienmärkte partizipieren die Privatanleger kaum noch.

Dabei setzten sich die Trends des vorletzten Jahres fort: Erneut flossen die Ersparnisse fast ausschließlich in Sichteinlagen und Versicherungen. Dagegen wurden Rentenpapiere weiter abgebaut und Aktienkurssteigerungen für Gewinnmitnahmen genutzt. Die Struktur des gesamten privaten Geldvermögens ist inzwischen stark von den Nachwirkungen der Finanzmarkt- und der Staatsschuldenkrise sowie der anhaltenden Niedrigzinsphase geprägt: Fast ein Viertel des Vermögens ist in täglich fälligen Geldern zwischengeparkt. Sicherheitsorientierte Anlageformen wie Einlagen und Versicherungen machen inzwischen über drei Viertel des Vermögens aus. Dagegen ist der Anteil von Aktien und Investmentfonds von ursprünglich knapp 25 Prozent (Ende 2000) auf unter 15 Prozent gefallen. Eine Folge der hohen zwischengeparkten Mittel und der wenigen kursabhängigen Geldanlagen ist, dass die Bundesbürger kaum noch von den Aktienbörsen profitieren.

Zu den Voraussetzungen einer „Normalisierung“ der privaten Geldvermögen gehören ein Ende der Niedrigzinsphase, die Bewältigung der Staatsschuldenkrise sowie die wirtschaftliche Erholung in Gesamteuropa. Die Aussichten für eine konjunkturelle Erholung im laufenden und im nächsten Jahr sind gut. Auch wenn in Punkto Staatsschulden noch keine Entwarnung gegeben werden kann, deuten die jüngsten Platzierungen griechischer und portugiesischer Staatsanleihen zumindest darauf hin, dass das Vertrauen allmählich zurückkehrt. Aus diesen Entwicklungen ergeben sich Perspektiven für eine Normalisierung des Zinsniveaus, auch wenn das derzeit noch nicht direkt absehbar ist. Insgesamt ist jedoch eine Verbesserung des Umfeldes für die Geldanlage erkennbar. Das dürfte 2014 zum Jahr der Trendwende machen, in dem damit begonnen wird, zwischengeparkte Mittel nach und nach wieder dauerhaft anzulegen. Auf eine Abnahme des „Geldanlagestaus“ deutet auch die positive Geldvermögensbildung im Bereich von Investmentfonds und Zertifikaten in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hin. Eine vollständige Normalisierung der Geldvermögensstrukturen ist jedoch erst bei wieder deutlich steigendem Zinsniveau zu erwarten.

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