Europas Banken glauben an den Aufschwung

Wie aus der neuen Quartalsumfrage der EZB unter Europas Banken („Bank Lending Survey“) hervorgeht, rechnet eine wachsende Mehrheit der Banken im Euroraum mit einer steigenden Kreditnachfrage der Firmenkunden in den nächsten Monaten. Lagen die Optimisten im Januar noch mit 10 Prozent vorne, so ist der Vorsprung der Kreditinstitute, die an eine wachsende Kreditnachfrage glauben, im April auf 25 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit 2011.

Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sich das Kreditgeschäft im Euroraum zum Sorgenkind entwickelt hat. Seit 2009 sind tendenziell schrumpfende Kreditbestände zu verzeichnen und der Abwärtssog hat sich im letzten Jahr nochmals deutlich verstärkt. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres setzte sich der Rückgang fort. Der anhaltende Kreditabfluss wird mit Sorge betrachtet, weil Engpässe in der Kreditversorgung Südeuropas mit dazu beitrugen, dass die ersehnte konjunkturelle Erholung in Europa nur zögerlich einsetzte und weiterhin auf tönernen Füßen steht.

Die optimistische Einschätzung der Kreditnachfrage durch die Banken kann zur Festigung des Aufschwungs in Europa beitragen. Vor allem auch deshalb, weil die Banken insgesamt keine Verschärfung ihrer Kreditrichtlinien beabsichtigen. Eher im Gegenteil: Es gibt inzwischen sogar eine kleine Mehrheit der Kreditinstitute, die eine Lockerung planen. Ganz offensichtlich geht die überwiegende Zahl der Banken davon aus, die Banken-Gesundheits-Checks der EZB zu bestehen bzw. notwendige Korrekturen bewerkstelligen zu können. Und das spricht auch dafür, dass die Banken Europas an den Aufschwung glauben und bereit sind, zu dessen Finanzierung beizutragen.

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