Winterwetter hinterlässt tiefe Spuren beim US-BIP im ersten Quartal

Der konjunkturelle Schwung in der US-Wirtschaft ist zu Jahresbeginn drastisch abgebremst worden. Nach den aktuellen Zahlen hat die Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaft der Welt im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal nahezu stagniert. Extreme Wetterverhältnisse mit neuen Kälterekorden und Schneetreiben auch in südlichen Landesteilen haben im Winterquartal das Wirtschaftsleben noch stärker beeinträchtigt als erwartet. Durch den wochenlangen Stillstand auf vielen Baustellen sanken die Bauinvestitionen deutlich und auch die Ausrüstungsinvestitionen waren rückläufig. Ein kräftiger negativer Impuls ging auch vom Außenhandel aus, da die Warenausfuhr um zwölf Prozent gegenüber dem Vorquartal einbrach. Auch dies dürfte allerdings die Folge der Behinderungen durch die Wetterverhältnisse sein – kämpfte doch der Transportsektor ebenfalls mit erheblichen Belastungen. Da die März-Daten aus der Außenhandelsstatistik bei dieser ersten Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt noch nicht vorliegen, könnte es durch Nachholeffekte bei den Exporten bei einer späteren Datenveröffentlichung zu einer leichten Aufwärtsrevision kommen. Als wären die Belastungen von der klimatischen Seite nicht schon genug an Bürde, so lieferte der Abbau von Lagerbeständen im ersten Quartal ein weiteres Minuszeichen für die US-Konjunktur. Glücklicherweise erwiesen sich die Konsumgewohnheiten der US-Bürger als äußerst kälteresistent und verhinderten durch einen erneuten deutlichen Anstieg den Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung.

Die gemeldete Wachstumsdelle ist nach unserer Einschätzung also im Wesentlichen auf Sondereffekte zurückzuführen und sollten nicht dahingehend interpretiert werden, dass der Erholungsprozess in der US-Wirtschaft zum Erliegen gekommen ist. Die jüngsten Indikatoren weisen darauf hin, dass die Konjunktur inzwischen wieder Fahrt aufgenommen hat. Die Industrieproduktion wurde im Frühjahr sichtbar gesteigert, so dass die Auslastung der Maschinen auf den höchsten Stand seit Juni 2008 kletterte. Darüber hinaus verzeichneten die Einzelhändler im März das stärkste Umsatzplus seit anderthalb Jahren. Nicht nur deutliche Nachholeffekte in der Bau- und Immobilienwirtschaft dürften für kräftiges Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal sorgen. Mit der anhaltenden Erholung am US-Arbeitsmarkt sollte auch die Dynamik beim privaten Konsum weiter zulegen. Nach den heutigen Zahlen, die einen überraschend schwachen Start in dieses Jahr gezeigt haben, ist das Risiko für unsere recht optimistische Wachstumsprognose allerdings klar abwärtsgerichtet.

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