EUR-USD: asymmetrische Wahrnehmung vom Feinsten

Der Euro lässt im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung keine Chance aus, dem US-Dollar zu zeigen, wer die Hosen anhat. Aber auch gegenüber den anderen Währungen ist er kein Kind von Traurigkeit und neigt „quer Beet“ zur Stärke. Und auch wenn der Schlüssel zur Euro-Stärke bei der EZB vermutet wird, tut der US-Dollar wenig, um daran aus eigener Kraft etwas zu ändern. Es ist ja nicht nur so, dass der Euro nur aufgrund von positiven EWU-Meldungen profitiert, vielmehr versäumt es der US-Dollar regelmäßig, von guten US-Daten zu profitieren. Nicht einmal der überragende US-Arbeitsmarktbericht vom letzten Freitag konnte die US-Dollar-Skepsis zur Seite schieben. Ein klassischer Fall von asymmetrischer Wahrnehmung: der Euro nimmt nur das wahr, was zu seinen Gunsten spricht, und ignoriert den Rest systematisch. Wenn diese Erkenntnis den Devisenmarkt erreicht, dürfte das Erwachen entsprechend schmerzhaft sein – aber dazu ist es in der kommenden Handelswoche wohl noch zu früh. Stattdessen dürfte die EZB ungewollt eine neue Einladung zur Euro-Aufwertung aussprechen; Verbalinterventionen ohne „echte Action“ dürften kaum genügen, um den Euro vom Ansturm auf die 1,40er US-Dollar-Bastion abzuhalten. Die offensichtlichste Trading-Empfehlung bleibt somit wohl der US-Dollar-Kapitulationstrade, mit dem auch die letzten US-Dollar-Fans dem Greenback ihre Freundschaft aufkündigen.

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