Neuerliche Zinssenkung der EZB im Juni

Währungshüter müssen den Worten nun Taten folgen lassen.

Unseres Erachtens hat sich EZB-Präsident Draghi auf seiner gestrigen Pressekonferenz sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Um die Ankündigung einer neuen geldpolitischen Lockerung im Juni wird er nun kaum noch herumkommen.

Ein großes Anleihe-Ankaufprogramm wäre sicherlich effizient, hätte sehr wahrscheinlich auch dämpfende Wirkung auf den Wechselkurs und könnte treibend auf die Inflationserwartungen einwirken. Dennoch ist dieses geldpolitische Instrument deutlich umstrittener und wird wohl für den Ernstfall aufgehoben werden.

Dagegen wäre eine Leitzinssenkung unseres Erachtens die schnellste und einfachste Maßnahme, um dem Handlungsdruck, den man sich mit den jüngsten Äußerungen auf der Pressekonferenz selbst auferlegt hat, nachzugeben. Wir erwarten daher auf der kommenden Sitzung der EZB eine Senkung des Refinanzierungssatzes von 0,25% auf 0,10%.

Vorstellbar ist außerdem, dass die EZB mehrere Maßnahmen kombiniert. In diesem Fall könnte neben der Leizinssenkung auch ein Ankaufprogramm von ABS-Krediten in Aussicht gestellt werden. Auch ein Aussetzen der Abschöpfungstender im Zusammenhang mit dem Securities Markets Programme der Jahre 2010/2011, das wenigstens kurzfristig Zentralbankliquidität von mehr als 160 Mrd. Euro freisetzen würde, ist als ergänzende Maßnahme nicht auszuschließen.

 

 

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