Immobilienmarkt Deutschland – Wohnungspreise steigen im ersten Quartal kräftig

Die Preise für selbstgenutzte Häuser und Wohnungen sind im ersten Quartal wieder gestiegen. Der leichte Preisrückgang im Schlussquartal des Vorjahres ist damit mehr als ausgeglichen. Die in dieser Woche vom Verband deutscher Pfandbriefbanken vdp veröffentlichten Immobilienmarktdaten zeigen aber auch, dass die Preisdynamik für Wohneigentum insgesamt nachgelassen hat. Mit 2,4 Prozent fällt der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal angesichts der durchweg guten Rahmenbedingungen eher schwach aus. Doch was ist die Ursache für das gedrosselte Tempo, das nicht so recht zu Minizinsen und den Warnungen vor Preisblasen passen mag?

Als Bremse für den Markt erweisen sich vor allem Einfamilienhäuser, deren Preise gegenüber dem Vorjahresquartal um nicht einmal zwei Prozent zulegen konnten. Hier liegt der Preisindex sogar noch unter dem Wert des dritten Quartals 2013. Bei Eigentumswohnungen ist das Preisplus mit über vier Prozent dagegen mehr als doppelt so hoch ausgefallen. Noch kräftiger ziehen nach den Daten von BulwienGesa die Wohnungspreise in den Metropolen an. In den sieben größten deutschen Städten von Berlin bis Stuttgart ging es um fast acht Prozent nach oben. Damit hat sich allerdings auch hier die Dynamik leicht verlangsamt. Zweistellige Wachstumsraten schaffen derzeit noch München und Stuttgart. Köln liegt im oberen einstelligen Bereich. In Berlin sind es knapp sieben Prozent, während die Preise in Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg Köln noch zwischen drei und fünf Prozent steigen.

Auf Wertzuwächse im mittleren einstelligen Bereich kommen auch die dem gewerblichen Immobilienmarkt zugordneten Mehrfamilienhäuser. Diese profitieren von steigenden Mieten aufgrund des knappen Wohnungsangebotes in vielen Städten, niedrigen Finanzierungskosten und dem Kapitalzufluss von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Versicherungen. Damit zählen professionelle Investoren deutlich stärker zu den Gewinnern der insgesamt günstigen Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt als die Eigentümer von selbstgenutzten Immobilien, vor allem wenn es sich um Einfamilienhäuser handelt.

Während das repräsentative Einfamilienhaus mit großem Grundstück vielfach noch der Idealvorstellung einer eigenen Immobilie entspricht, kann es als Anlageobjekt nicht mehr so recht überzeugen. Das gilt vor allem für den ländlichen Raum abseits der Ballungszentren. Hier steht dem guten Angebot von in die Jahre gekommenen Einfamilienhäusern eine sich abschwächende Nachfrage gegenüber, weil es Familien – oft sind beide Elternteile berufstätig – in die Städte mit der besseren Infrastruktur und dem kürzeren Weg zum Arbeitsplatz zieht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese Entwicklung anhält. Insofern sollten sich private Immobilienkäufer, auch angesichts der langen Haltedauer, darüber bewusst sein, dass die Preise für Wohnimmobilien voraussichtlich noch weiter steigen, aber eben nicht überall und bei jedem Immobilientyp.

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