Befragung der Einkaufsmanager im Mai: Frankreich läuft hinterher

Nach der Befragung der europäischen Einkaufsmanager im Mai festigt sich das Bild der Fortsetzung der konjunkturellen Erholung im Währungsgebiet. Zwar sank der Gesamt-Index leicht um 0,1 Punkte auf 53,9 Indexpunkte. Dennoch bleibt der Index mit dem zweithöchsten Wert in den letzten drei Jahren über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten, ab der eine Expansion in der privaten gewerblichen Wirtschaft signalisiert wird. Die verbesserte Stimmung im Dienstleistungssektor konnte eine Eintrübung in der Industrie nicht ganz ausgleichen. Insgesamt führen aber steigende Neuaufträge in beiden Bereichen gemäß der Befragung zu Kapazitätserweiterung und zu einem moderaten Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft. Die Wirtschaftsleistung in der EWU dürfte demnach auch im zweiten Quartal weiter moderat zulegen.

Die Stimmung der deutschen Einkaufsmanager hat sich in der Zusammenschau im Mai nicht verändert. Der Composite-Index blieb mit 56,1 Punkten unverändert gegenüber dem Vormonat und deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 53 Punkten. Während im Dienstleistungsbereich die Zuversicht zunahm (56,4 nach 54,7 Punkten), trübte sich die Stimmung im Industriebereich ein (52,9 nach 54,1). Die Auftragskomponente stieg branchenübergeifend, auch wenn der Anstieg im Industriebereich der geringste seit Oktober 2013 war. Erfreulich ist, dass die Unterkomponente des Stellenwachstums so stark zulegen konnte wie seit Herbst 2011 nicht mehr. Insgesamt deuten die heutigen Daten auf eine weitere Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs in Deutschland hin. Dennoch dürfte der Schwung des ersten Quartals, in dem das BIP witterungsbedingt um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegte, nicht zu halten sein.

Die vorläufigen französischen Daten zu den Einkaufsmanagerindizes deuten darauf hin, dass auch im zweiten Quartal beim Wirtschaftswachstum nicht viel zu holen sein wird. Denn die Stimmung der Einkaufsmanager ist sowohl im Dienstleistungssektor (auf 49,2 von 50,4) als auch im verarbeitenden Gewerbe (auf 49,3 von 51,2) unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten gerutscht und hat damit auf ganzer Linie enttäuscht. Beide Teilindizes lagen zuletzt im Februar unter dieser Marke. Nach bisher vorliegenden Informationen hat sich der Bestand an neuen Aufträgen über Branchengrenzen hinweg verringert. Daneben hat sich die Einschätzung zur Beschäftigungssituation den siebten Monat in Folge eingetrübt. Auch der Gesamt-Einkaufsmanagerindex notiert nun mit 49,3 Punkten (nach 50,6) unter der neutralen Marke von 50 Punkten. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2014 nur stagniert hat, ist für das zweite Quartal derzeit allenfalls ein sehr schwaches Wirtschaftswachstum zu erwarten.

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