Europawahlen voraus – der Euro gibt sich gelassen

Nach letzten Umfragen könnten die Skeptiker der Gemeinschaftswährung in Europa (hierunter fallen insbesondere die Fraktionen ECR und EFD im derzeitigen EU-Parlament sowie fraktionslose Abgeordnete) mehr als ein Fünftel der Wählerstimmen erhalten.

Dabei machen nicht nur Briten, enttäuschte Griechen und „wahre Finnen“ ihr Kreuz bei den Euro(pa)-kritischen Parteien. Auch im Kern des gemeinsamen Währungsraumes erhalten Euro-Gegner nennenswerten Zuspruch. So liegt die AfD in Deutschland aktuellen Umfragen zufolge bei sieben Prozent. In Frankreich könnte die rechtskonservative Front National sogar stärkste politische Kraft werden. Grund genug zu fragen, ob die Wahl zum Europäischen Parlament das Potenzial hat, den Euro unter Abgabedruck zu bringen. Zugunsten dieser These spricht die Erfahrung der vergangenen Jahre. So wurden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Ländern des Währungsraums (man erinnere sich an die Urnengänge in Griechenland und Frankreich 2012 und in Italien 2013) vor allem von Investoren außerhalb des Euroraums mit Sorge beobachtet. Auf der anderen Seite ist die Unsicherheit über die Urnengänge der Vergangenheit an den Finanzmärkten meist rasch wieder verflogen. Zur Entspannung beitragen dürfte hierbei, dass die Fürsprecher des Euro auch im künftigen Europaparlament weiterhin über eine überwältigende Mehrheit verfügen. Zudem hat der Einfluss dieser Institution in den letzten Jahren zwar spürbar zugenommen. Mit dem Stellenwert nationaler Parlamente ist die Volksvertretung in Brüssel jedoch weiterhin nicht zu vergleichen. Der Euro sollte sich auch für den Fall eines deutlichen Stimmenzugewinns seiner Skeptiker nicht lange die Laune vermiesen lassen. Vielmehr dürften die die Spekulationen über den weiteren Kurs der Europäischen Zentralbank das dominierende Thema für die Gemeinschaftswährung bleiben.

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