EWU-Inflation im Mai: Besonders die Nahrungsmittelpreise sinken überraschend stark

Die Inflationsrate im Euroraum ist weiter gesunken – und zwar nach vorläufigen Angaben im Mai auf 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im April lag die Jahresrate noch bei 0,7 Prozent. Aus einzelnen Mitgliedsländern sind bisher nur Zahlen für Deutschland, Italien und Spanien veröffentlicht worden. Ohne weitere Angabe von Details sank die für europäische Zwecke harmonisierte Inflationsrate in Spanien von 0,3 auf 0,2 Prozent, in Italien ermäßigten sich die Verbraucherpreise von 0,5 auf 0,4 Prozent. In Deutschland gab die HVPI-Inflationsrate im Mai überraschend deutlich von 1,1 auf 0,6 Prozent nach.

Der Hauptgrund für die schwache Preisentwicklung der letzten Monate ist sicherlich, dass die wirtschaftliche Dynamik im Währungsgebiet in weiten Teilen noch immer zu schwach ist, um binnenwirtschaftlichen Inflationsdruck zu erzeugen. Zudem verhindert der weiterhin recht hohe Wechselkurs des Euro zum US-Dollar, dass sich importierte Güter stärker verteuern können. Die maßgeblichen Kräfte, die im Mai zu einem erneuten Rückgang der Inflationsrate geführt haben, waren starke Preisrückgänge bei den Dienstleistungen, die sich nach dem Osterfest im April wieder verbilligten. Deutlicher und stärker als erwartet sanken jedoch auch die Nahrungsmittelpreise – vor allem in Deutschland.

Mit der heutigen Schätzung der EWU-Inflationsrate für den Mai steigt der Erwartungsdruck für die EZB, in der Sitzung am Donnerstag geldpolitisch einem weiteren Absinken der Inflationsrate gegenzusteuern. Die spannende Frage ist dabei gar nicht mehr das „ob“ einer Leitzinssenkung, sondern eher die Wahl und das Ausmaß neuer, unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen.

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