EWU-Einkaufsmanager im Juni: Euro-Raum robust, aber Frankreich gibt weiter Anlass zur Sorge

Im Euro-Raum hat sich gemäß der monatlichen Umfrage unter den Einkaufsmanagern die Aktivität in der Privatwirtschaft zum Ende des zweiten Quartals etwas abgeschwächt. Der zusammenfassende „Composite Index“ aus Industrie und Dienstleistungsbereich sank von 53,5 Punkten im Mai auf 52,8 Indexpunkte. Er notiert aber nun seit zwölf Monaten oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Indexpunkten, ab der ein Wachstum angezeigt wird. Dabei verzeichneten Industrie und der Dienstleistungssektor im Juni jeweils leichte Rückgänge, d.h. das Wachstum dürfte sich etwas verlangsamt haben. Während sich die Entwicklung in Deutschland nur leicht abschwächte, verzeichnete Frankreich wieder einen deutlichen Rückgang. Erfreulich ist, dass im sonstigen Gebiet der Währungsunion die Zuversicht der Einkaufsmanager merklich gestiegen ist. Damit gewinnt die konjunkturelle Erholung in der EWU eine breitere Basis, auch wenn die Schwäche in Frankreich weiterhin Anlass zur Sorge gibt.

Die deutschen Einkaufsmanager gaben sich im Juni etwas weniger optimistisch als im Vormonat. Der Composite-Index ging von 55,6 auf 54,2 Indexpunkte zurück. Trotz des Rückgangs auf den niedrigsten Wert seit acht Monaten verbleibt der Index komfortabel im Expansionsbereich oberhalb der neutralen 50 Punkte-Marke. Maßgeblich für den Rückgang war eine langsamere Gangart im Dienstleistungsbereich (54,8 Punkte nach 56 im Vormonat), während sich der Index für das verarbeitende Gewerbe kaum veränderte (52,4 nach 52,3 im Vormonat). Insgesamt zeigt sich das konjunkturelle Umfeld in Deutschland im gesamten zweiten Quartal robust. Das BIP dürfte im zweiten Quartal weiter zulegen, aber in etwas geringerem Tempo als noch im ersten Quartal.

Auf der ganzen Linie enttäuscht haben wieder einmal die französischen Daten, was ein weiteres Indiz dafür ist, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal allenfalls mager ausfallen dürfte. So sind im Juni sowohl der Gesamteinkaufsmanagerindex (auf 48,0 von 49,3) als auch die Indizes für das verarbeitende Gewerbe (auf 47,8 von 49,6) und die Dienstleister (auf 48,2 von 49,1) weiter in den Kontraktionsbereich gerutscht. Bei den in die Berechnung eingehenden Unterkomponenten berichten die befragten Einkaufsmanager den achten Monat in Folge von einer rückläufigen Beschäftigung. Zudem verbuchten die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe den schärfsten Rückgang bei den Bestellungen für dieses Jahr.

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