Irische Regierung kommt bei Konsolidierung erfolgreich voran

Das irische Finanzministerium hat gestern erfreuliche Zahlen für die finanzielle Entwicklung des Regierungshaushalts im ersten Halbjahr gemeldet. So lag zwischen Januar und Juni das Defizit zwar immer noch bei gut 4,9 Mrd. Euro. Das Plan-Soll der Regierung sah aber einen Fehlbetrag von knapp 6 Mrd. Euro vor, sodass der Musterschüler Irland wieder einmal seine fiskalischen Hausaufgaben mit Bravour gemeistert hat. Verglichen mit dem ersten Halbjahr im zurückliegenden Jahr wurde das Defizit um 1,7 Mrd Euro zusammengezurrt. Der Primärsaldo, der die Zinszahlungen herausrechnet, hat sich ebenfalls deutlich verbessert: So lag das Minus nur noch bei 0,6 Mrd Euro. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2013 waren es noch gut 2,2 Mrd Euro!

Bei den Einnahmenposten konnte Finanzminister Noonan fast überall positive Nachrichten vermelden. Besonders kräftig zogen im ersten Halbjahr die Steuereinnahmen an. Sprudelnde Einnahmen aus den Einkommensteuern und aus Mehrwert- und Verbrauchsteuern sprechen dafür, dass die irische Wirtschaft dieses Jahr wieder ein solides Wachstum verzeichnen kann. So ist das aktuell gemeldete Ergebnis zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2014 schon weitaus besser ausgefallen als erwartet. Bei den Ausgaben der Regierung war die Rückführung einiger Komponenten insgesamt nicht ganz so erfolgreich wie angestrebt. Aber immerhin gehen die Ausgaben weiter zurück, zudem sind die Zielverfehlungen alles andere als dramatisch und teilweise auch Sondereinflüssen geschuldet.

Mit dem sich bessernden konjunkturellen Ausblick dürfte Irland dieses Jahr weitere erfolgreiche Schritte auf dem steinigen Weg der Konsolidierung machen. Die erfreulichen Fiskaldaten für die Zentralregierung sind ein Indiz dafür, dass sie einen wichtigen Beitrag dafür leistet, dass sich das Staatsdefizit in diesem Jahr wie von uns erwartet auf 4,8 Prozent des BIP zurückbilden wird. Sollte das zweite Halbjahr fiskalisch und konjunkturell mit weiteren Überraschungen aufwarten, könnte sich das Defizit sogar stärker der Marke von 4 Prozent annähern.

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