Immobilienpreise in Europa steigen wieder

Im ersten Quartal 2014 sind die durchschnittlichen Immobilienpreise in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nach über zwei Jahren erstmals wieder gestiegen. Die Jahresveränderungsrate lag mit genau einem Prozent im Plus. Im etwas kleineren Kreis der Eurozonen-Länder hat es dagegen nicht ganz für ein positives Vorzeichen gereicht. Hier sanken die Preise im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahresquartal noch um 0,3 Prozent. Positiv ist aber, dass die Sinkgeschwindigkeit in den zurückliegenden Quartalen kontinuierlich kleiner geworden ist. Ein Jahr zuvor, im ersten Quartal 2013, war die Lage deutlich schlechter. Im der Eurozone fielen die Immobilienpreise jährlich um 2,4 Prozent, in den Länder der Europäischen Union lag die Sinkrate bei 1,5 Prozent.

Bedingt durch die Berechnungsmethode – die Länder werden mit ihrer kaufkraftbereinigten Wirtschaftsleistung berücksichtigt – wird die Indexentwicklung stark von den „großen“ Volkswirtschaften dominiert. In der Eurozone erwirtschaften die „Top Five“, das sind Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande, deutlich über 80 Prozent der Wirtschaftsleistung. In der EU sind es 70 Prozent, statt den Niederlanden ist hier das Vereinigte Königreich in der Fünfergruppe enthalten.

Weil sich die Immobilienmarktentwicklung in Deutschland, Frankreich und Italien – solider Preisanstieg, leichtes sowie etwas größeres Minus – in den letzten Quartalen aber nicht wesentlich verändert hat, sind im Großen und Ganzen drei Länder für den positiven Trend des europäischen Immobilienpreisindexes verantwortlich. In Spanien fallen die Hauspreise zwar weiterhin, der jährliche Preisverfall hat sich aber seit dem ersten Quartal 2013 von 13 Prozent auf weniger als zwei Prozent verlangsamt. In den Niederlanden ist die Entwicklung ähnlich, hier hat sich der Preisrückgang von sieben auf ein Prozent verlangsamt. Und in Großbritannien steigen die Preise wieder so kräftig, dass die Bank von England bereits leicht gegensteuert, um einer erneuten Überhitzung des Marktes vorzubeugen. Hier hat sich der Preisanstieg binnen Jahresfrist von zwei auch acht Prozent beschleunigt.

Insgesamt betrachtet wird die Lage an den europäischen Immobilienmärkten also besser. Sie ist aber noch nicht gut, weil die Preise in einer Reihe von Ländern zum Teil noch stark zurückgehen. So steigen die Preise am Wohnungsmarkt in den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone nur in Deutschland. Und auch Belgien, dem sechstgrößten Euroland nach Wirtschaftsleistung, weist einen leichten Preisrückgang auf. Erfreulich sind die dagegen die Daten aus Irland und Portugal. Beide Länder weisen nach längerem Preisrückgang wieder steigende Preise auf. Während die niedrigen Zinsen den Immobilienmärkten in der Peripherie wieder auf die Beine helfen, ist es am anderen Ende Europas eher zu viel des Guten. In Schweden, neben Norwegen der teuerste europäische Wohnungsmarkt, hat sich die Teuerung auf fast acht Prozent beschleunigt.

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