EWU-Einkaufsmanager im Juli: Erholung nach der Delle im Vormonat

Im Euro-Raum hat sich die Aktivität in der Privatwirtschaft zum Beginn des dritten Quartals wieder gefangen. Das zeigt die aktuelle Umfrage unter den Einkaufsmanagern in der Industrie und im Dienstleistungsgewerbe. Der zusammengefasste Composite-Index aus beiden Sektoren stieg von 52,8 Punkten im Juni auf 54 Indexpunkte. Er notiert damit nun seit dreizehn Monaten oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Indexpunkten, ab der ein Wachstum in der Privatwirtschaft angezeigt wird. Dabei verzeichneten die Industrie leichte und der Dienstleistungssektor deutliche Stimmungsaufhellungen. Die Einschätzung der Dienstleister notiert inzwischen auf dem höchsten Niveau seit gut dreieinhalb Jahren. Erfreulich an der Gesamtentwicklung ist, dass die steigende Zuversicht im Euro-Raum gerade außerhalb von Frankreich und Deutschland weiter zugenommen hat: ein Indiz dafür, dass die Konjunkturerholung weiter an Breite gewinnt.

Die deutschen Einkaufsmanager gaben sich im Juli wieder etwas zuversichtlicher als erwartet. Der Composite-Index stieg von 54,0 auf 55,9 Indexpunkte an und liegt damit komfortabel im Expansionsbereich oberhalb der neutralen Marke von 50. Maßgeblich für die bessere Einschätzung war der Dienstleistungssektor. Hier verbesserten sich die Aussichten aufgrund einer starken Zunahme der Neugeschäfte. Aber auch in der Industrie legte die Stimmung zu. Eine deutlich gestiegene Exportnachfrage veranlasste die Firmen dazu, ihre Beschäftigungspläne auszuweiten. Zusammengenommen hat also die Konjunkturlokomotive Deutschland im Juli wieder etwas mehr Fahrt aufgenommen und lässt die zuletzt schwächere Entwicklung der beiden Vormonate vergessen.

Ein gemischtes Bild gaben die französischen Ergebnisse zu den Juli-Einkaufsmanagerindizes ab. Zwar konnte der Teilindex für die Dienstleister deutlich zulegen und wieder die Marke von 50 Punkten knacken, allerdings liegt er mit 50,4 Punkten nur knapp im expansiven Bereich. Ganz im Gegensatz dazu das Ergebnis für das verarbeitende Gewerbe: Dort hat sich die Rückentwicklung der Geschäfte beschleunigt, mit 47,6 Punkten gab es ein Siebenmonatstief. Die Produktionslage wurde sogar so schlecht bewertet wie zuletzt vor 15 Monaten. Weitere Indizien für die schwache Konjunkturentwicklung in Frankreich sind auch die Einschätzungen zu den Neugeschäften und der Beschäftigung. Denn die befragten Einkaufsmanager haben beide Komponenten noch negativer beurteilt als zuvor. Damit bleiben die Wachstumsaussichten auch zum Start in das dritte Quartal vorerst trüb.

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