US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal kräftig Fahrt aufgenommen

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal deutlich um 4,0 Prozent (annualisiert) gegenüber dem Vorquartal gewachsen, das zeigen die heute veröffentlichten Daten. Der konjunkturelle Einbruch vom Jahresbeginn wurde damit mehr als wettgemacht. Sorgen, dass die schwachen Zahlen vom ersten Vierteljahr nicht nur eine Folge des extremen Winterwetters waren, erweisen sich mit diesem deutlichen Comeback der US-Konjunktur als weitestgehend unberechtigt. Nicht zuletzt der kräftige Stellenaufbau am Arbeitsmarkt hatte bereits darauf hingewiesen, dass die US-Wirtschaft wieder auf ihren Wachstumspfad zurückgekehrt ist. Von wetterbedingten Nachholeffekten profitierten erwartungsgemäß die Investitionen und auch der Außenhandel. Die Bau- und die Ausrüstungsinvestitionen zeigten kräftiges Wachstum. Beim Außenhandel legten nicht nur die Ausfuhren, sondern auch die Einfuhren von Waren kräftig zu, so dass letztendlich der Nettoexport erneut als Bremse fungierte, wenn auch längst nicht so stark wie zu Jahresbeginn. Der private Konsum wuchs fast doppelt so stark wie im ersten Quartal und wurde damit seiner Rolle als Wachstumsgarant erneut gerecht. Einen Wermutstropfen haben die heutigen Daten jedoch: Ein nicht unerheblicher Teil des Wachstums ist im zweiten Quartal durch den Lageraufbau entstanden.

Die heute veröffentlichten Daten zeigen, dass der Erholungsprozess in den Vereinigten Staaten weiter intakt ist. Auch in der zweiten Jahreshälfte dürfte die Drehzahl der US-Wirtschaft ähnlich hoch bleiben, wir rechnen nur mit einer leicht schwächeren Dynamik. Darauf weisen zahlreiche Frühindikatoren wie Stimmungsumfragen und auch Auftragseingänge hin. Die Befragungen der Einkaufsmanager in der Industrie und auch im Dienstleistungssektor befinden sich seit Jahresbeginn in einem stetigen Aufwärtstrend und lassen kräftiges Wachstum erwarten. Ähnlich sieht es bei den Verbrauchern aus, dort hat sich der positive Trend zuletzt sogar noch beschleunigt. Vor allem die deutlich verbesserte Lage am Arbeitsmarkt dürfte dafür verantwortlich sein, dass das Verbraucherklima (Conference Board) bereits wieder auf das Niveau von Ende 2007 geklettert ist. Ein deutlich aufgehelltes Bauklima spricht für kräftige Impulse vom Häusermarkt und der Bauwirtschaft im weiteren Jahresverlauf. Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft in diesem Jahr um rund zwei Prozent wachsen.

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