US-Jobmotor läuft etwas langsamer, aber weiter rund

Im Juli hat sich die Zahl der Beschäftigten in den USA um 209.000 Personen erhöht, dies zeigt der aktuelle Arbeitsmarktbericht. Zugegeben, wenn man vor allem das starke Plus von fast 300.000 neuen Stellen im Juni im Blick hat, könnte einem die neue Zahl zunächst Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Aber ein Blick aus der richtigen Perspektive, der auch einen weiteren Horizont umfasst, lässt schnell klar werden, dass der US-Jobmotor weiter rund läuft. Zum einen entsprach der Beschäftigungsgewinn im Juli dem durchschnittlichen Aufbau in den vergangenen zwölf Monaten. Zum anderen fanden den sechsten Monat in Folge mehr als 200.000 Arbeitssuchende eine Anstellung. Hinzu kommt noch, dass der Stellenaufbau im Juli auf einer recht breiten Basis stand: Der Anstieg im Dienstleistungssektor ging zwar sichtbar zurück, dafür entstanden allein im güterproduzierenden Bereich 58.000 neue Stellen. Fast die Hälfte hiervon entfiel auf den Industriesektor, wo sich der vor einem Jahr begonnene leichte Aufwärtstrend fortsetzte.

Trotz der robusten Beschäftigungsdynamik stieg die Arbeitslosenquote erstmals seit Februar wieder leicht an. Mit einem Wert von 6,2 Prozent liegt die Quote jedoch weiter unter dem Durchschnittswert der vergangenen dreißig Jahre und ist letztendlich die Folge eines Anstiegs des Arbeitskräfteangebotes. Dies wiederum ist positiv zu bewerten, da anscheinend Personen auf den Arbeitsmarkt zurückkehren, die diesen zuvor enttäuscht verlassen hatten. Auch wenn sich die Erholung am US-Arbeitsmarkt weiter fortgesetzt hat, so muss dennoch in den kommenden Monaten noch ein gutes Stück Weg zurückgelegt werden. Dies zeigt beispielweise der jüngste Anstieg bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen, die mit 3,1 Millionen immer noch recht hoch ist. Allerdings war, trotz der leichten Verschlechterung in diesem Segment, die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu Beginn des dritten Quartals niedriger war im Durchschnitt in der ersten Jahreshälfte. Ein kleines Warnsignal ist auch der jüngste Anstieg bei der Zahl der entmutigten Arbeitssuchenden.

Andererseits weist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung auf eine schon recht weit fortgeschrittene Erholung am Arbeitsmarkt hin: Die Zahl der Anträge liegt aktuell bereits auf dem niedrigen Niveau von früheren wirtschaftlichen Boom-Phasen. In den kommenden Monaten dürfte diese Maßzahl einen historischen Tiefstand erreichen. Vor dem Hintergrund eines anhaltenden wirtschaftlichen Wachstumsprozesses sollte sich in den kommenden Monaten der Rückgang der Arbeitslosigkeit weiter fortsetzen und die Arbeitslosenquote wieder sinken.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *