Wer wird das neue Staatsoberhaupt der Türkei?

Am Sonntag finden in der Türkei Präsidentschaftswahlen statt. Diese Wahlen stellen in zweierlei Hinsicht eine Premiere dar. Zum einen dürfen erstmals im Ausland lebende Türken an einer Wahl in ihrem Heimatland teilnehmen. Zum anderen wird der Staatspräsident dieses Mal erstmals direkt vom Volk gewählt. Bisher wurde das Staatsoberhaupt vom Parlament bestimmt.

Zur Wahl stehen der derzeitige Ministerpräsident Tayyip Erdogan (AKP), der gemeinsame Kandidat der beiden größten Oppositionsparteien des Landes (CHP und MHP), Ekmeleddin Ihsanoglu, sowie der kurdische Kandidat der Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtas. Der bisherige Präsident, Abdullah Gül, tritt nicht mehr an. Aktuellen Umfragen zufolge ist Ministerpräsident Erdogan der klare Favorit, darf er doch auf rund 54% der Stimmen hoffen.

Ein Wahlsieg von Erdogan dürfte der Lira im aktuellen Umfeld nicht schaden. Wenngleich dies angesichts der diversen Skandale und seines umstrittenen Führungsstils auf den ersten Blick überraschend ist, so weiß der Markt doch, auf was er sich einzustellen hat. Hinzu kommt, dass sich die Wirtschaft unter Erdogan als Ministerpräsident unter dem Strich sehr gut entwickelt hat. Allerdings wäre er gut beraten, die Geduld der internationalen Investoren nicht überzustrapazieren, ist sein Land doch angesichts des hohen Leistungsbilanzdefizits auf ausländisches Kapital angewiesen. Und sollte der türkischen Wirtschaft wider Erwarten doch die Puste ausgehen, bzw. gelingt es der dortigen Zentralbank nicht, die Inflation mittelfristig einzudämmen, könnte dies das Vertrauen der internationalen Investoren letztendlich erschüttern. In einem solchen Umfeld dürften sie dann auch nicht mehr auf beiden Augen politisch blind sein. Ein gewisses übergeordnetes Restrisiko bleibt damit für die Lira bestehen.

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