Rückschlag für die deutsche Konjunktur

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im Frühjahr 2014 um 0,2% gesunken. Damit ist das Ergebnis für das 2. Quartal noch etwas schlechter ausgefallen als ohnehin erwartet worden war. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führten schwache Ergebnisse im Außenhandel und bei den Investitionen zum Rückgang des Bruttoinlandsprodukts, während die privaten und die staatlichen Konsumausgaben leicht angestiegen sind.

Ist damit die wirtschaftliche Erholungsphase in Deutschland zu Ende gegangen? Wohl kaum, für die zweite Jahreshälfte sind wieder positive Wachstumsraten wahrscheinlich. Dennoch bedeuten die neuen Daten zweifellos einen Rückschlag für die deutsche Konjunktur, die damit zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr auch nicht mehr positiv zum Wachstum im Euro-Raum beitragen kann. Die Ursachen liegen – neben dem erwartet schwachen Ergebnis in der Bauwirtschaft – vor allem in der krisenbedingten Eintrübung des internationalen Umfelds. Die Unsicherheit besonders in Bezug auf die Ukraine-Krise und die Diskussionen um die Wirtschaftssanktionen gegen Russland sorgen bei den Unternehmen zunächst einmal für Zurückhaltung, was größere Aufträge oder Investitionsausgaben angeht. Dieser Belastungsfaktor wird sich wohl auch so schnell noch nicht auflösen lassen.

Für die heimische Wirtschaft ist in diesem Jahr nach den neuen Daten eine Wachstumsrate von 2% kaum noch zu erreichen, selbst wenn sich die Konjunktur in der 2. Jahreshälfte wieder fängt. Doch auch mit einem Wachstum von rund 1,5%, wie es sich jetzt für 2014 abzeichnet, bleibt Deutschland eine Konjunkturstütze für den Euro-Raum. Die hiesige Wirtschaftspolitik sollte sich aber darauf einstellen, dass der Verteilungsspielraum kleiner geworden ist.

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