DAX vor Erholung auf 9.800 Punkte

In unserem Basisszenario sollte der DAX wieder steigen

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat sich soweit zugespitzt, dass ein militärischer Konflikt inzwischen nicht mehr ausgeschlossen werden kann. In unserem Hauptszenario gehen wir jedoch davon aus, dass sich die Lage wieder beruhigen wird. Konsequenzen für die Realwirtschaft sind jedoch bereits spürbar.

Auch wenn kein Konjunktureinbruch zu befürchten ist, müssen in Zukunft Abstriche beim Wachstum hingenommen werden. Dies wird sich negativ auf die Gewinnentwicklung der deutschen börsennotierten Unternehmen auswirken. Auch im laufenden Quartal dürfte sich die Unsicherheit über den Weitergang der Geschäfte mit Russland erneut negativ im Geschäftsverlauf einiger Unternehmen niederschlagen. Insgesamt sollte der breite Markt hingegen aber von der generellen Aufhellung der Konjunkturperspektiven profitieren. Die positiven Impulse aus anderen großen Ländern, wie z.B. den USA, sollten dabei helfen.

Das Gewinnwachstum dürfte sich dank einer besseren Konjunkturentwicklung sukzessive verbessern, wenngleich nicht ganz an die optimistischen Konsensprognosen für 2014 und 2015 heranreichen. Die aktuellen Konsensschätzungen, die von einem Anstieg der DAX-Gewinne um 10% und 15% in den Jahren 2014 und 2015 ausgehen, dürften zu hoch sein und in den kommenden Monaten weiter nach unten revidiert werden.

Insgesamt verschiebt sich unser Aufschwungsszenario für die Aktienmärkte durch die Eskalation des Ukraine-Konflikts um rund ein halbes Jahr. Entsprechend reduzieren wir unsere DAX-Prognosen zum Jahresende 2014 und zur Jahresmitte 2015 auf 9.800 und 10.200 Punkte. Für den Euro Stoxx 50 reduzieren wir unsere Prognosen zum Jahresultimo beziehungsweise zur Jahresmitte 2015 um jeweils 100 Punkte auf nun 3.300 und 3.500 Punkte. Sollte die Krise in der Ukraine wider Erwarten militärisch eskalieren, wären jedoch deutlich niedrigere Kurse nicht auszuschließen.

Anleger, die in den vergangenen Jahren unseren Empfehlungen zum Kauf gefolgt sind, sollten weiterhin investiert bleiben. Aktien sind im Assetklassen übergreifenden Vergleich, z.B. gegenüber Anleihen, unverändert günstig bewertet. Die Bewertung der europäischen Aktienmärkte selbst liegt gegenüber der Historie auf dem Durchschnitt, aber nicht unvernünftig hoch, angesichts der Zinsen nahe Null und niedriger Inflationsraten.

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