PMI im Euroraum: Die Kleinen tragen den Optimismus

Die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum hat sich im August wieder eingetrübt. Das zeigt die aktuelle Umfrage unter den Einkaufsmanagern (PMI) in der Industrie und im Dienstleistungsgewerbe. Der zusammengefasste Composite-Index aus beiden Sektoren sank von 53,8 Punkten im Juli auf 52,8 Indexpunkte. Er notiert damit zwar weiterhin deutlich oberhalb der „Expansionsschwelle“ von 50 Indexpunkten, ab der laut dem Umfrageinstitut Markit ein Wachstum in der Privatwirtschaft angezeigt werden soll. Allerdings war der Zusammenhang zwischen PMIs und Wirtschaftswachstum in den zurückliegenden Quartalen nicht besonders eng.

Der aktuelle Rückgang bei den Euro-PMIs hat nicht weiter überrascht. Er reiht sich ein in das aktuell pessimistischere Stimmungsbild, das durch zunehmende geopolitische Risiken – insbesondere die angespannte Lage im Ukraine-Russland-Konflikt – und den eingetrübten konjunkturellen Ausblick vor allem der großen Euroländer bestimmt wird. Die Stimmung in den kleineren Ländern dürfte auch im August besser gewesen sein als in den meisten der großen Volkswirtschaften. Auch wenn die PMI-Daten mit Vorsicht zu genießen sind, erwarten wir im dritten Quartal eine Rückkehr zum Wachstum im Euroraum. Dieses dürfte allerdings schwach ausfallen und besonders von den großen Ländern – mit Ausnahme von Deutschland – nur wenig Unterstützung erhalten.

Die deutschen Einkaufsmanagerindizes sind zwar zurückgegangen, allerdings weniger stark als erwartet. Zudem deuten sie weiter steigende Geschäfte an. Der Teilindex für das verarbeitende Gewerbe notiert nun bei 52,0 Punkten (nach 52,4), das Pendant für die Dienstleister bei 56,4 Punkten (nach 56,7). Die geopolitischen Krisen scheinen immer mehr ihre Wirkungen auf die deutsche Industrie zu entfalten. Denn laut Markit ist dort die Produktion auf ein 12-Monatstief gefallen, und der Jobabbau hat sich den dritten Monat in Folge fortgesetzt. Das Gesamtergebnis für die PMIs spricht laut Markit dafür, dass das deutsche Wachstum sich im dritten Quartal wieder beleben dürfte. Wir erwarten dies zwar auch, sind allerdings vorsichtiger bei der Interpretation der Einkaufsmanagerindizes.

Ein gemischtes Bild geben die französischen Umfrageergebnisse ab. Erfreulich ist eine weitere Verbesserung der Stimmung im Dienstleistungssektor. Der zugehörige PMI ist auf 51,1 Punkte von 50,4 geklettert. Dagegen ist der Index im verarbeitenden Gewerbe mit 46,5 Punkten auf ein 15-Monatstief gefallen. Für diesen Sektor berichten die befragten Einkaufsmanager nach wie vor von rückläufigen Aufträgen und einer abnehmenden Beschäftigung. Diese Zahlen deuten an, dass das französische Wirtschaftswachstum auch im dritten Quartal schwach ausfallen dürfte.

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