Euro-Abwertung ersetzt keine ausgewogene Wirtschaftspolitik

Die derzeit zu beobachtende Euro-Abwertung ist sicher eine willkommene Entwicklung für den einen oder anderen Exporteur der Eurozone. Gerade jetzt, wo dunkle Schatten aufgrund der Ukraine-Turbulenzen über dem Außenhandelsumfeld aufziehen, vermag der schwächere Euro wenigstens ein bisschen Linderung zu verschaffen. Der realwirtschaftliche Netto-Effekt aus (negativer) Unsicherheit aufgrund der Ukraine-Situation und (positivem) Wechselkursimpuls dürfte kurzfristig annähernd neutral sein, auf das Euro-Sentiment überwiegt aber derzeit offensichtlich der negative Impuls. Das Beispiel Japans sollte eine Warnung an die Politik sein, nicht der Versuchung zu verfallen, überfällige Strukturreformen aufgrund des schwächeren Euros zu vernachlässigen. Die massive Yen-Abwertung im Zuge der Abenomics hatte dort zwar zunächst den erhofften Exportschub mit sich gebracht. Seit sich der Yen aber wieder stabilisiert hat, dominieren der Reformstau und die ungünstige weltweite Nachfragesituation; die japanische Exportbilanz weist wieder ins Minus. Währungsschwäche, egal ob politisch gezielt herbeigeführt oder nicht, war in der Historie noch nie ein adäquater Ersatz für gesunde Wirtschaftspolitik.

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