Euro-Konjunktur leidet unter Investitionsschwäche

Ein dynamischer konjunktureller Aufschwung in der Europäischen Währungsunion lässt noch immer auf sich warten. Im zweiten Quartal stagnierte das Bruttoinlandsprodukt sogar nur gegenüber dem Vorquartal. Maßgeblich für das weiterhin schwache Wachstumstempo ist, dass die Investitionen nicht anspringen. Dies liegt auch an der rückläufigen Kreditvergabe und der noch immer niedrigen Kapazitätsauslastung. Dabei wäre eine Initialzündung bei den Investitionen so wichtig, um die Konjunktur in Schwung zu bringen und damit die hohe Arbeitslosigkeit in der Währungsunion abzubauen.

Anders sieht es in Großbritannien aus: Dort brummt die Konjunktur seit einigen Quartalen, und von den Investitionen kommen spürbare Impulse. Einen wichtigen Anschub haben die Investitionen durch eine deutliche Verbesserung der Finanzierungsbedingungen bekommen. Dies wurde auch begünstigt durch Programme der Bank of England und der Regierung wie das Funding for Lending Scheme und das Help-to-buy-Programm.

Auch die EZB versucht mit ihrem so genannten TLTRO-Programm, die lahmende Kreditvergabe in der Eurozone und damit indirekt auch die Investitionen zu beleben. Ob sie damit erfolgreich sein wird, wird sich aber erst in einigen Quartalen zeigen. Weil nach wie vor zu viele Belastungsfaktoren über dem Währungsraum schweben, dürfte das Wachstumstempo auch in den kommenden Quartalen gedämpft bleiben.

Der Fiskalpolitik könnte deshalb in der EWU immer mehr die Rolle eines wichtigen Stabilitätsankers für die Konjunktur zukommen. Nachdem in den Vorjahren die Euro-Krisenländer vor allem über Steuererhöhungen konsolidiert haben, wendet sich die Wirtschaftspolitik in der EWU einer neuen Linie zu: weniger konsolidieren, während gleichzeitig mehr Wachstumsimpulse gesetzt werden sollen. Im Idealfall könnte dadurch auch das Vertrauen von Konsumenten und Unternehmen gestärkt werden, was die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stützen könnte. Davon könnten schließlich auch Investitionen im Unternehmenssektor angestoßen werden.

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