EWU: Inflationsrate im August geht weiter zurück- Kernrate steigt leicht

Die Inflationsrate im Euroraum, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist im August nach vorläufigen Angaben auf 0,3 Prozent gesunken. Im Juli lag die Jahresrate noch bei 0,4 Prozent. Damit rutscht die Inflationsrate wieder ein Stück näher an die Nullgrenze. Die Diskussion um die Deflationsgefahr dürfte dadurch weiter befeuert werden.

Maßgeblich für den leichten Rückgang war der Teilbereich Energie. Hier fielen die Preise gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent. Die Notierung des Rohölpreises gab gegenüber August 2013 deutlich nach, in Euro gerechnet sank der Ölpreis um 8,1 Prozent. Neben Energie sind waren im August auch Nahrungsmittel im Vorjahresvergleich billiger.

Die heute veröffentlichen Daten sind eine erste Schätzung der Inflationszahlen für den August auf EWU-Ebene. Von den Mitgliedsländern sind bisher nur Zahlen für Deutschland, Italien und Spanien veröffentlicht worden. Die für europäische Zwecke harmonisierte Inflationsrate sank in Spanien von -0,4 auf -0,5 Prozent. Die Verbraucherpreise in Italien ermäßigten sich von 0,0 auf -0,2 Prozent. In Deutschland blieb die Inflationsrate mit 0,8 Prozent unverändert. In allen Ländern dürften sich vor allem die niedrigeren Energiepreise bemerkbar gemacht haben.

Ein Blick auf die Kernrate im August zeigt auch, dass es die externen Einflüsse waren, die zu der niedrigeren Inflation geführt haben. Denn die Kernrate, die die volatilen – stark von Wechselkurs und Wetter beeinflussten – Komponenten Nahrungsmittel und Energie ausblendet, stieg von 0,8 auf 0,9 Prozent. Sie war schon in den vergangenen Monaten stabiler und folgte nicht dem Abwärtstrend des HVPI. Industrielle Güter und Dienstleistungen verteuern sich, wenn auch nur moderat. Von sinkenden Preisen aller Güter und Dienstleistungen auf breiter Front, die zu einer ausgeprägten Deflation führen, kann daher eigentlich nicht gesprochen werden.

Das Problem der EZB bleibt aber weiter bestehen. Außenwirtschaftliche Faktoren drosseln weiterhin die Verbraucherpreisentwicklung und das Inflationsziel von knapp 2 Prozent scheint auf absehbare Zeit kaum zu erreichen. Eine erneute Diskussion über eine Verschärfung der Deflationsgefahr scheint damit vorprogrammiert.

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