Schotten auf dem Weg in die Unabhängigkeit

Lange Zeit galt das Resultat des schottischen Referendums als ausgemachte Sache. Den Unabhängigkeitsbefürwortern wurden kaum realistische Chancen eingeräumt. Doch laut den jüngsten Umfragen liegt die „Yes, Scotland“-Kampagne mittlerweile vor den Unionisten. Ein Schock, der auch die Regierung in London aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt hat. Ob die neuen Zugeständnisse, zu denen sich die Regierung David Camerons nun genötigt sieht, ausreichen werden, um das Ruder abermals herumzureißen, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass ein Sieg für Alex Salmond am Donnerstag kommender Woche ein Paukenschlag wäre. Zwar herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Schotten wesentlich mehr zu verlieren haben als die Engländer, dennoch würde die Unsicherheit in Folge eines erfolgreichen Referendums zunächst für deutlich erhöhte Volatilität sorgen. So wäre zunächst völlig offen, ob die Briten nicht doch noch über eine Währungsunion mit den Schotten verhandeln würden. Die Bank of England könnte sich gezwungen sehen, ihre erste Zinserhöhung auf Eis zu legen. Und auch realwirtschaftlich könnte sich die gestiegene Unsicherheit bemerkbar machen. Das Pfund würde ohne Zweifel weiter Federn lassen. Eine ausgewachsene Währungskrise, wie manch einer sie erwartet, scheint aus unserer Sicht dennoch höchst unwahrscheinlich.

 

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