Gold-Gegenwind wird zunehmen

Mitte März 2014 ist der Goldpreis bis auf 1.392 US-Dollar je Unze gestiegen. Hauptauslöser der sehr positiven Preisbewegung zu Jahresbeginn war die sich zuspitzende Krise in der Ukraine. Als weitere unterstützende Faktoren sind der Rückgang der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen, die Stabilisierung der ETF-Positionierung und das zurückkehrende spekulative Interesse zu nennen. Ab Ende März startete dann eine leichte Korrekturbewegung, die wir primär auf die US-Dollar-Stärke und die solide US-amerikanische Konjunkturentwicklung zurückführen. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis trotz Korrektur mit über 4% im Plus.

In unserem Basisszenario für den Ukraine/Russland-Konflikt gehen wir zwar auf Sicht der kommenden Monate nicht davon aus, dass sich der Disput auf diplomatischen Wege lösen lassen wird, allerdings rechnen wir nicht mit einem offenen Eingreifen des russischen Militärs. Infolgedessen wird es an den Finanzmärkten zu einer allmählichen Beruhigung kommen. Insbesondere die spekulative Gold-Risikoprämie, die wir auf circa 60 US-Dollar je Unze (5% der aktuellen Notierung) taxieren, dürfte dann recht zügig ausgepreist werden.

Vor allem der starke US-Dollar, die fortschreitende Konjunkturdynamik in den USA, die sukzessive Auspreisung der geopolitischen Risikoprämie, aber auch die zunehmend schwächere Nachfrageentwicklung sprechen weiterhin für einen erhöhten Gold-Gegenwind. Mit Blick auf die nächsten 12 Monate erwarten wir einen auf 1.100 US-Dollar je Unze fallenden Goldpreis.

Die Stabilisierung der ETF-Positionierung der Investoren führt unseres Erachtens aber dazu, dass ein Gold-Kursrutsch wie in 2013 unwahrscheinlich wird.

Außer einer Eskalation im Irak und/oder eine Verschärfung des Ukraine-Konflikts gibt es im aktuellen Umfeld wenige Gründe für einen Goldpreisanstieg. Langfristig wird es aber einige Anleger geben, die Gold als Diversifikationsvehikel schätzen und in einer Allokation eine Absicherung gegen geopolitische Risiken, eine deutliche Korrektur am Aktienmarkt und mögliche Inflationsgefahren sehen.

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