Der französische Wohnungsmarkt bleibt stabil

Der französische Immobilienmarkt zeigt sich weiterhin erfreulich robust. Nach Angaben des französischen Statistikamtes INSEE blieben die Preise im vergangenen Vierteljahr stabil, nachdem sie in den beiden vorausgegangenen Quartalen leicht gesunken waren. Die Jahresveränderungsrate, die 2013 bei minus zwei Prozent lag, hat sich damit auf ein Minus von 1,2 Prozent reduziert. Insgesamt liegen die Immobilienpreise knapp sechs Prozent unter dem Maximum, das im Herbst 2011 erreicht worden war. Damit bleibt Frankreichs Wohnungsmarkt im internationalen Vergleich eher hoch bewertet. Insgesamt zogen die Preise in den zurückliegenden zehn Jahren um über 40 Prozent an.

Unter dem Strich schlägt sich teure französische Immobilienmarkt besser, als es die schleppende wirtschaftliche Entwicklung, die relativ hohe Arbeitslosenquote oder der aus dem Ruder gelaufene Staatshaushalt erwarten lassen. Diese Einflüsse belasten zwar den Wohnungsmarkt, sie schlagen sich aber eher in niedrigen Transaktionszahlen und nicht in Preisrückgängen nieder.

Doch warum sind die Franzosen bislang um eine stärkere Korrektur am heimischen Immobilienmarkt herumgekommen? Schließlich sind die Immobilienpreise in den benachbarten Ländern mit wirtschaftlichen Problemen viel stärker zurückgegangen: In Italien sind sie um über 10 Prozent gefallen, in den Niederlanden um gute 20 Prozent und in Spanien um über 30 Prozent.

Es sind verschiedene Faktoren, die den Markt stabilisieren. Pluspunkte sind die konservative Hypothekenvergabe mit Festzinsdarlehen und die überschaubare Verschuldung der privaten Haushalte. So sind die Franzosen trotz des lange Zeit boomenden Immobilienmarktes mit 84 Prozent – gemessen am verfügbaren Einkommen – nur marginal stärker verschuldet als die privaten Haushalte in Deutschland. Darlehensausfälle und Zwangsversteigerungen belasten den Markt also kaum. Die Nachfrage am Immobilienmarkt wird zudem von den niedrigen Zinsen und der vergleichsweise kräftig wachsenden Bevölkerung gestärkt. Demgegenüber reicht das Niveau des Wohnungsbaus insbesondere in den Ballungsräumen nicht aus, um den anhaltend hohen Wohnraumbedarf zu decken.

Die Kräfte, die den Markt bislang unterstützt haben, sind also weiter intakt. Damit stehen die Chancen gut, dass der französische Wohnungsmarkt auch zukünftig von kräftigeren Preiseinbrüchen verschont bleibt. Leichte Preisrückgänge knapp unterhalb der Null-Linie sind angesichts des insgesamt schwachen wirtschaftlichen Umfeldes aber durchaus wahrscheinlich.

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