Fed – Forward Guidance wurde nicht angepasst

Gestern war es mal wieder soweit: der Tag der US-Notenbank. Zusätzlich zu dem altbekannten „Triple“ von FOMC-Statement, neuen Projektionen und Pressekonferenz hat die Fed die wesentlichen Charakteristika des geldpolitischen Normalisierungsprozess‘ bekannt gegeben.

Dabei hat sich die Fed gestern eher zögerlich gezeigt, was eine Änderung ihrer geldpolitischen Ausrichtung betrifft. So wurde insbesondere die Forward-Guidance unverändert gelassen. An den Finanzmärkten wurde im Vorfeld der Zinsentscheidung intensiv darüber diskutiert, ob die Fed an der Aussage festhalten würde, dass die Leitzinsen für eine beträchtliche Zeit niedrig bleiben. Wir gehen davon aus, dass die Forward-Guidance nach Beendigung der Anleihekäufe und damit im Dezember verändert wird. Daneben gab es Einzelheiten darüber, wie die Fed ihren Prozess in Richtung Normalisierung der Geldpolitik gestalten wird.

Die wesentlichen Neuigkeiten im Rahmen des Normalisierungsprozess‘ der US-Geldpolitik betreffen die Reinvestitionspolitik. Die Fed wird die Vorgehensweise, auslaufende Anleihen und Kupons zu reinvestieren, erst nach der Zinswende verändern. Damit lässt die Notenbank ihre Bilanz im Wesentlichen passiv, das heißt durch Fälligkeit der betreffenden Anleihen, abschmelzen. Bei dieser Vorgehensweise wird es unseres Erachtens Jahre dauern, bis sich die Notenbank-Bilanz deutlicher reduziert.

Die Pressekonferenz verlief relativ unspektakulär. Die Fed-Vorsitzende Yellen hat mehrfach betont, dass die Geldpolitik von der weiteren Entwicklung der Fundamentaldaten abhänge. Die Fed könne es sich leisten, noch längere Zeit expansiv zu bleiben. Es würden nach wie vor erhebliche konjunkturelle Belastungsfaktoren bestehen, die nach der letzten Finanzkrise durchaus „strukturellen Charakter“ tragen.

In den vergangenen Monaten hat sich der allgemeine Tenor der US-Notenbank in Richtung einer marginal schärferen Geldpolitik verschoben. Die Veröffentlichung der Normalisierungspläne und die neuen Zinsprojektionen können als eine weitere Vorbereitung auf eine erste Leitzinserhöhung im Sommer des kommenden Jahres interpretiert werden, so dass wir uns in unseren bisherigen Erwartungen bestätigt sehen.

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