Risiken überwiegen Chancen, Verkauf der Risikopositionen

Schleichend aber stetig hat das Weltwirtschaftswachstum in den vergangenen Monaten an Dynamik verloren. Dies drückt sich sowohl in schwächeren realwirtschaftlichen Indikatoren als auch in fallenden Rohstoffpreisen und einem zuletzt stagnierenden Welthandelsvolumen aus. Es spricht einiges dafür, dass sich auf absehbare Zeit nichts an dem wenig dynamischen Konjunkturumfeld ändern wird. Die Terrorwarnungen durch IS, die laufende Sanktionsspirale mit Russland und auch die Ebola-Epidemie stellen zusätzliche konkrete Gefahren für das weltwirtschaftliche Wachstum und die Gewinne der Unternehmen dar.

Gleichzeitig sind die meisten Aktienmärkte gegenüber ihren historischen Mittelwerten überbewertet. Dies betrifft insbesondere den größten Aktienmarkt der Welt in den USA. Nur während der extremen Bullenmärkte des letzten Jahrhunderts, die in den Crashs 1929 und 2000 mündeten, sowie im Sommer 2007 war der S&P 500, gemessen an der Höhe des Shiller-PEs, noch klarer überbewertet als heute. Trotz der Überbewertung werden US-Aktien nach wie vor gekauft, eine Entwicklung, die stark an die der Blasenjahre 1998 bis 2000 erinnert. Heute dient jedoch nicht mehr die Erfindung des Internet als Paradigma, sondern es sind die tiefen Zinsen an den Kapitalmärkten, die auf lange Zeit festgeschrieben scheinen. Auch der hohe Bestand an Lombardkrediten („Margin Debt“) ist ein deutliches Warnsignal.

Die Mischung aus spürbarer Abkühlung der Wachstumsdynamik und gedehnter Bewertung stellt einen giftigen Cocktail für wachstumssensitive Assetklassen wie Aktien dar, die letztendlich zu einer Korrektur an diesen Märkten führen könnte. Die Notenbanken und Staaten könnten einer wirtschaftlichen Abschwächung nur noch begrenzt entgegenwirken, zu eng erscheinen Grenznutzen zukünftiger geldpolitischer Maßnahmen und aktuelle fiskalpolitische Spielräume. Sollte sich die Wirtschaft weiter abkühlen, stünde den risikobehafteten Assets ein heißer Herbst bevor. Weil wir im DZ BANK-Depot einen Total-Return-Ansatz mit einer angestrebten Jahresperformance von 4 bis 5% p.a. verfolgen und dieses Ziel mit einer Rendite von aktuell 10% p.a. deutlich überschreiten, nutzen wir die gute Kursentwicklung der vergangenen Quartale und reduzieren die Aktienquote von 25% auf 0%.

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