Befragung der Einkaufsmanager im September: Weitere Abschwächung

Im Euro-Raum (EWU) hat sich die Aktivität in der Privatwirtschaft zum Ende des dritten Quartals weiter eingetrübt. Dies zeigt die Befragung der europäischen Einkaufsmanager im September. Der Composite Index aus Industrie und Dienstleistungsbereich sank von 52,5 Punkten im August auf 52,3 Indexpunkte. Er notiert damit zwar nun seit fünfzehn Monaten oberhalb der Marke von 50 Punkten, ab der ein Wachstum in der Privatwirtschaft angezeigt wird. Dennoch schwächt sich die konjunkturelle Dynamik von Monat zu Monat weiter ab. Dabei verzeichneten sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor Einbußen. Der Index für die Industrie liegt mit 50,5 Punkten nur noch knapp über der Expansionsschwelle, während der Dienstleistungsbereich mit 52,8 trotz eines leichten Rückgangs sich noch vergleichsweise optimistisch zeigt. Insgesamt verläuft die konjunkturelle Erholung im Währungsgebiet weiterhin nur schleppend und alles andere als kräftig.

Die deutschen Einkaufsmanager gaben sich im Juli wieder etwas zuversichtlicher. Der Composite-Index stieg von 53,7 auf 54,0 Indexpunkte an und liegt damit komfortabel im Expansionsbereich. Maßgeblich für die bessere Einschätzung war der Dienstleistungssektor. Hier verbesserten sich die Aussichten aufgrund einer starken Zunahme der Neugeschäfte. Im Industriebereich sackte der Index auf 50,3 Punkten ab und ist damit so tief wie seit 15 Monaten nicht mehr. Die Auftragskomponente schrumpfte erstmals seit Juni 2013 wieder, was die Aussichten eintrübte. Das Die PMI-Daten zeigen ein gemischtes Bild in Deutschland zum Ende des dritten Quartals. Der Dienstleistungssektor zeigt sich in robuster Verfassung. Allein die Einführung des Mindestlohns ab 2015 trübt den Ausblick der Dienstleistungsunternehmen zunehmend ein. Die Stimmung im Industriebereich schwächt sich weiter ab und folgt damit dem Trend der letzten Monate.

Die französischen Ergebnisse zu den Einkaufsmanagerindizes zeigen auch im September eine sinkende Produktion. Zwar konnte der Teilindex für die Industrie leicht zulegen (48,8 Punkte), er bleibt damit aber deutlich unter der Expansionsmarke von 50 Indexpunkten. Die Wertschöpfung sinkt weiter, aber nicht mehr so stark, wie im Vormonat. Auch bei den Dienstleistern verschlechterte sich die Stimmung. Mit aktuell 49,4 Punkten liegt sie so tief wie seit 3 Monaten nicht mehr. Weitere Indizien für die schwache Konjunkturentwicklung in Frankreich sind auch den Einschätzungen zu den Neugeschäften und der Beschäftigung in beiden Teilbereichen zu entnehmen. Denn die befragten Einkaufsmanager haben beide Komponenten noch negativer beurteilt als zuvor. Eine Wende bei dem Stimmungstief in Frankreich ist nicht absehbar.

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