Griechenland: Steigende Unsicherheit für Investoren

Griechenlands Reformerfolge sowie die geglückte Rückkehr an die Kapitalmärkte haben zu einem veränderten Kräfteverhältnis zwischen Athen und der Troika geführt. Gleichzeitig steht Ministerpräsident Samaras im Vorfeld der voraussichtlich 2015 anstehenden Parlamentswahlen unter innenpolitischem Druck, die Angriffe der linksradikalen Syriza-Partei abzuwehren. Daher zieht die griechische Regierung den Ausstieg aus dem internationalen Hilfsprogramm in Erwägung, was ihr wirtschaftspolitisch mehr Bewegungsfreiheit verschaffen würde.

Da Griechenland aber im Hinblick auf anstehende Bond-Fälligkeiten und zur Finanzierung des laufenden Defizits neue Finanzquellen benötigt, glaubt Samaras sich zukünftig auf die Marktrefinanzierung verlassen zu können.

Trotz einer erfolgreichen Marktrückkehr dürften sich Anleger der steigenden Risiken bewusst sein, wenn die Kontrolle durch die Troika entfällt und der Anteil der Staatsanleihen an den Gesamtschulden des Landes wieder steigt. Der Markt hat Samaras Pläne in den vergangenen Tagen daher mit Spreadausweitungen quittiert.

Dennoch könnte Samaras Plan aufgehen, wenn die EZB beginnt, EWU-Staatsanleihen zur Bekämpfung deflationärer Risiken aufzukaufen. Der Markt für griechische Staatsanleihen ist so klein und illiquide, dass zusätzliche Nachfrage im Sekundärmarkt nur durch neue Bondemissionen befriedigt werden könnte. Allerdings birgt ein solch breitangelegtes Anleihe-Ankaufprogramm im Fall Griechenlands das Risiko, dass fiskalische Fehlanreize gesetzt werden und die Sparbemühungen erodieren.

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